Die Leipziger Band blacktoothed hat sich als herausragende Größe in der vielseitigen Heavy-Szene etabliert. Mit ihrem Talent, unterschiedliche Genre-Elemente meisterhaft zu kombinieren, schaffen sie einen unverwechselbaren Sound. Ob virtuose 80er-Jahre-Shred-Gitarrensoli, eingängige Autotune-Pop-Melodien oder kraftvolle Breakdown-Riffs – blacktoothed gelingt es mühelos, ein breit gefächertes Publikum in ihren Bann zu ziehen.
Das neue Album „Headway“ erscheint am 24. Januar 2025 und ich durfte schon einmal reinhören.Und nach dem ersten Mal hören, war ich augenblicklich gefesselt. Es ist, als wäre ich in eine emotionale Achterbahn gestiegen, die von der Band mit beeindruckender Präzision und Kreativität gestaltet wurde. blacktoothed beweisen erneut, warum sie zu den spannendsten Acts in der Heavy-Szene gehören. „Headway“ ist nicht nur ein musikalischer Fortschritt, sondern auch eine Reise, die tief unter die Haut geht.
„Get Me Down“
Der Opener „Get Me Down“ zieht mich sofort in seinen Bann. Mit kraftvollen Gitarrenriffs und Hendrik Rathgebers markanter Stimme wird ein starker Grundstein für das Album gelegt. Der Song vermittelt ein Gefühl von innerer Zerrissenheit, gleichzeitig aber auch einen unerschütterlichen Willen, sich nicht unterkriegen zu lassen. Es ist ein Auftakt, der sofort klarmacht, dass dieses Album etwas Besonderes ist.
„Antidote“
Bei „Antidote“ zeigt die Band ihre Vielseitigkeit. Der Song kombiniert melodische Elemente mit einem treibenden Rhythmus und einem Refrain, der mir nicht mehr aus dem Kopf geht. Die emotionale Tiefe und das Zusammenspiel von Instrumenten machen diesen Track zu einem frühen Highlight.
„True Colours“
„True Colours“ hebt sich durch seine eindringliche Dynamik ab. Die melancholischen Gitarrenparts harmonieren perfekt mit Hendriks gefühlvoller Stimme, bevor der Song in einem explosiven Refrain gipfelt.
„Fight“
Dieser Track ist pure Energie. „Fight“ packt einen vom ersten Moment an mit harten Riffs und kraftvollen Vocals. Der Song wirkt wie ein Aufruf, sich allen Widrigkeiten zu stellen und für das einzustehen, woran man glaubt. Besonders der Breakdown gegen Ende ist ein absoluter Gänsehautmoment und macht den Song zu einem meiner Favoriten.
„Novocaine“
Schon mit der Vorab-Single „Novocaine“ hat die Band die Messlatte hoch gelegt, und der Song lässt mich auch im Album-Kontext nicht los. Die Mischung aus intensiven, fast schmerzlich schönen Melodien und kraftvollen Ausbrüchen ist einfach faszinierend. Thematisch scheint es um das Betäuben von Schmerz zu gehen – ein universelles Gefühl, das hier musikalisch perfekt umgesetzt wurde.
„Hell’s Paradise ft. Felix Fröhlich of BITE“
Die Kollaboration mit Felix Fröhlich bringt eine spannende neue Farbe ins Album. „Hell’s Paradise“ ist ein Feuerwerk aus Energie, bei dem die harten Vocals von Hendrik und Felix perfekt harmonieren. Die Wechsel zwischen melodischen Parts und aggressiven Breakdowns sorgen dafür, dass der Song unberechenbar bleibt und sich tief einprägt.
„Walls“
„Walls“ ist vielleicht der introspektivste Song auf dem Album. Die ruhigen Passagen, die fast wie ein innerer Monolog wirken, wechseln sich mit kraftvollen Ausbrüchen ab. Es ist ein Song, der mich daran erinnert, wie wichtig es ist, die Mauern in unseren Köpfen einzureißen. Der Text und die gefühlvollen Instrumentals schaffen hier eine einzigartige Atmosphäre.
„Time Bomb“
Dieser Track bringt eine rohe Energie mit sich, die sich von Anfang bis Ende durchzieht. Der treibende Rhythmus und die aggressiven Vocals sorgen dafür, dass ich mich wie in einem Adrenalinrausch fühle. Gleichzeitig gibt es auch melodische Momente, die dem Song eine zusätzliche Tiefe verleihen. „Time Bomb“ ist der perfekte Track, um einfach alles rauszulassen.
„Carried Away“
Mit „Carried Away“ schließt das Album auf eindrucksvolle Weise. Der Song wirkt wie ein emotionaler Abschied, ohne jedoch melancholisch zu sein. Stattdessen vermittelt er einen Hauch von Hoffnung und den Drang, weiterzumachen. Die melodischen Gitarren und Hendriks eindringlicher Gesang lassen den Hörer mit einem Gefühl von Erfüllung zurück.
Gesamteindruck
„Headway“ ist ein Meilenstein in der Karriere von blacktoothed. Die Band schafft es, ihre charakteristische Vielseitigkeit weiterzuentwickeln und dabei neue Tiefen auszuloten. Im Vergleich zu „JULI“ wirkt „Headway“ reifer und emotionaler, ohne an Energie und Kreativität zu verlieren. Die Texte sind persönlich und doch universell, und die musikalische Umsetzung ist durchweg beeindruckend.
Für mich ist „Headway“ mehr als nur ein Album. Es ist eine Einladung, sich den eigenen Gefühlen zu stellen und neue Perspektiven zu finden. blacktoothed haben ein Werk geschaffen, das nicht nur die Heavy-Szene, sondern auch mein Herz erobert hat. Dieses Album wird mich noch lange begleiten.
Text: Marc Junge
