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Im Interview: Cyant

Cyant sind keine Unbekannten in der deutschen Metalszene – die vier Musiker aus Aachen und Saarbrücken haben bereits unter dem Banner von The Legion:Ghost gemeinsame Bühnen gerockt. Doch mit ihrem neuen Projekt schlagen sie ein frisches Kapitel auf: Moderner, facettenreicher Metal mit emotionaler Tiefe und massiven Riffs. Nach ihrer ersten großen Tour unter neuem Namen und dem Release von For All I Am haben sie sich Zeit für ein Gespräch mit uns genommen. Wie die Band entstanden ist, was sie inspiriert und was als Nächstes kommt – erfahrt ihr hier!

Im Gespräch mit Cyant

Stellt euch bitte als Band vor (Name + Instrument, Heimatort, Bandname etc.)
Kevin Kearns aus Aachen – Vocals ; Klaus Sommer aus Aachen – Gitarre; Markus Ganzmann aus Aachen – Bass; Malte Jöris aus Saarbrücken – Drums sind Cyant

Wie habt ihr euch als Band gefunden und wie ist der Bandname entstanden?
Wir kennen uns alle aus unserer Jugend und sind uns mit unseren musikalischen Projekten immer wieder über den Weg gelaufen. Vor Cyant haben wir unter der Flagge von The Legion:Ghost bereits gemeinsam Musik gemacht. Da sich aber so viele Dinge verändert hatten, haben wir uns Ende 2023 für einen Neuanfang unter neuem Namen entschieden.

Welche Einflüsse prägen eure Musik? Gibt es Bands/Künstler, die euch besonders inspiriert haben?
Wir sind unterschiedliche Typen mit unterschiedlichen Inspirationen. Markus ist zum Beispiel eher im etwas klassischeren Metal zuhause, während Malte und Kevin eher core-lastig sind. Klaus ist ein klassischer Allrounder. So kommen eine Menge Einflüsse zusammen.

Wie würdet ihr selbst eure Musik beschreiben?
Das ist natürlich immer schwer zu sagen, weil jeder ja seine eigene Wahrnehmung hat und Musik anders erlebt. Allgemein würden wir aber sagen, dass unsere Musik facettenreich und dynamisch ist. Es gibt emotionale und atmosphärische Momente genau wie solche, die dich zum bangen einladen. Uns ist es wichtig, dass jeder Song seinen eigenen Charakter hat.

Wie entstehen bei euch die Songs? Unter der Dusche oder bei festen Bandproben?
Das ist total unterschiedlich bei uns. Jeder hat mal eine Grundidee und wir schicken uns natürlich Ideen hin und her oder arbeiten auch mal gemeinsam was aus. In den ganz jungen Jahren hatte man viel Zeit, um nächtelang gemeinsam im Proberaum zu stehen und an Ideen zu feilen. Im echten Erwachsenenleben sind wir alle jetzt viel mehr eingespannt und daher ist es wichtiger geworden, dass jeder die Freiräume zuhause nutzt, um die Band voranzubringen.

Was ist eure musikalische Botschaft? Was ist euch beim Songwriting wichtig?
Wir haben mit Cyant, als Eigenname für den modernen Menschen auf der Schwelle zu einer hoch technisierten Zukunft im Spannungsfeld des sozialen und gesellschaftlichen Wandels, einen losen Konzeptrahmen, in dem wir uns thematisch bewegen. Der ist allerdings nicht zu eng. Wir wollten jetzt kein SciFi-Ding draus machen, aber grundsätzlich bietet das Konzept die Möglichkeit Gesellschaft und aktuelle Themen aus einer reflektierenden Perspektive zu beleuchten. Gleichzeitig ist aber auch Raum für persönliche und emotionale Themen, mit denen dann auch auf einer anderen Ebene connected werden kann. Auch hier wollen wir uns möglichst breit gefächert aufstellen, damit es für uns und auch die Hörenden nicht langweilig wird.

War die Tour mit Neverland In Ashes bisher eure größte? Wie kam es dazu und wie war die Tour für euch?
Unter der Flagge von Cyant war das die erste und damit auch größte Tour für uns. Mit The Legion:Ghost durften wir Dark Tranquility und Ensiferum auf deren Europatour supporten. Das war nochmal eine Nummer größer, aber nicht unbedingt schöner als die jetzige mit Neverland In Ashes. Wir kennen uns schon seit vielen Jahren und haben schon miteinander gespielt. Da war für alle Seiten also klar, dass es matcht. Es hat unfassbar viel Spaß mit den Jungs gemacht. Eine tolle Band, mit geilen Typen und super starkem Output.

Hat sich für euch nach der Tour etwas verändert? Wie fällt das Fazit aus?
Mit der Tour haben wir unser erstes Album veröffentlicht und durften es live vor vielen Menschen präsentieren. Das war eine mega coole Sache, für die wir sehr dankbar sind. Damit geht jetzt aber auch der For All I Am Zyklus in die letzte Phase und es entsteht Platz für die Zukunft. David hat sich dazu entschieden die Band nach der Tour zu verlassen, sodass wir aktuell auf der Suche nach einem neuen Gitarristen oder einer Gitarristin sind. Wir haben schon erste Ideen, wollen uns aber noch die Freiheit und Zeit lassen, bevor wir etwas konkreter werden. Wir lassen es jetzt erstmal auf uns zukommen, aber wer weiß schon was kommt. Vielleicht geht auch alles ganz schnellund wir releasen schon bald neue Musik.
Insgesamt war die Tour ein riesen Erfolg und ein gigantischer Spaß für uns. Wir lieben es live zu spielen und haben viele viele tolle neue Menschen kennengelernt, die uns jetzt auf unserer Reise begleiten. Dafür machen wir es.

Welche Rolle spielt die deutsche Musikszene bei eurer Arbeit? (Inspiration durch lokale Künstler vielleicht)
Eine große Rolle natürlich. Markus arbeitet im Musikbuisness und hat alleine daher schon viele gute Kontakte, die echt helfen. Es ist natürlich auch ein Haifischbecken und man muss die Augen offen halten. Wir gehen aber grundsätzlich offen und positiv an Alle heran. Es gibt so viele gute Bands da draußen und es ist schön sich gegenseitig zu puschen und zu inspirieren.

Was waren bisher die größten Herausforderungen, die ihr meistern musstet?
Das Schwierigste ist derzeit vielleicht das Koordinieren der gesamten Band mit Terminen, (Fleiß-)aufgaben und organisatorischen Aspekten. Wir haben alle unsere Leben mit Familien, Jobs und anderen Dingen, die ihren Raum fordern. Mit fünf Leuten dann zusammenzukommen erfordert schon einiges an Aufwand und auch Nerven. Da ist es wichtig die Balance aus Arbeit und Spaß im Blick zu halten, damit es unterm Strich allen Freude bereitet und gut damit geht.

Gibt es eine besondere Geschichte, die ihr als Band erlebt habt und teilen möchtet?
Eigentlich nicht. Es sind die vielen Begegnungen mit Menschen auf Tour oder nette Nachrichten und Feedback, dass wir bekommen, was es für uns besonders macht. Man lernt die unterschiedlichsten Charaktere kennen und jede Show ist einzigartig.

Was können eure Fans denn in Zukunft von euch erwarten?
Wie gesagt, wollen wir uns jetzt erstmal neu aufstellen. Wir sind natürlich noch mit dem For All I Am Zyklus beschäftigt und wollen uns wieder komplettieren. Dann schauen wir, was zwischen uns entstehen wird. Da machen wir uns jetzt aber keinen Druck. Wir bleiben auf jeden Fall dran und freuen uns auf die kommenden Shows!

Welche Rolle spielen die sozialen Medien für euch?
Soziale Medien sind ein Fluch und Segen gleichzeitig. Es fordert enorm viel Arbeit, Kreativität, Disziplin aber auch Spaß daran, die Feeds konstant mit gutem Content zu versorgen. Aktuell ist es etwas ruhiger, aber auch hier arbeiten wir an Material. Uns ist es wichtig, dass die Inhalte nicht beliebig werden.

Welche Platte/Album könntet ihr denn selbster immer wieder hören ohne müde zu werden?
Klaus: Kreator – Gods Of Violence; Malte: Alexisonfire– Crisis; Kevin: NF – The Search

Zum Abschluss noch eine Nachricht an unsere und eure Fans?
Nehmt euch die Zeit genau hinzusehen und hinzuhören, denn manchmal reichen die zwei Sekunden bevor ihr weiterswiped nicht, um zu entscheiden, ob sich vielleicht doch eure neue Lieblingsband hinter einem kurzen Clip verbirgt. Und seid lieb zueinander!
Wir danken euch wirklich für das Interesse an uns und unserer Arbeit. Es ist schön gehört zu werden! Danke! Das gilt natürlich auch für euch als Magazin!

Das Interview führte Melina für Rock-Journal.de