Rock Journal
Konzertberichte

Konzertbericht: Pro Pain – Das Turock wird zur Hardcorefestung

Auch an einem Donnerstagabend zeigte sich das Essener Turock wieder einmal als feste Größe in der Ruhrgebiets-Live-Szene. Für einen Wochentag war der Club erfreulich gut gefüllt, und die Stimmung war bereits vor dem Headliner-Pro-Pain durchweg positiv. Hardcore-Fans aller Altersklassen hatten sich eingefunden, um sich einen Abend mit klassischer US-Hardcore-Kost nicht entgehen zu lassen.

Carnivora A.D. & 1914 – Solider Auftakt, aber wenig fesselnd

Den Auftakt machten Carnivora A.D., die mit einer Mischung aus groovigem Metal und Hardcore die Bühne betraten. Die Songs waren handwerklich ordentlich, konnten aber nur bedingt zünden. Auch die nachfolgende Band 1914, die mit düsterem Metal und thematisch stark an den Ersten Weltkrieg angelehnten Inhalten arbeitet, brachte eine atmosphärische, aber für diesen Abend vielleicht etwas zu schwere und sperrige Performance. Beide Bands lieferten technisch saubere Auftritte, wirkten jedoch – zumindest aus meiner Sicht – im Vergleich zum Headliner etwas blass. Das Publikum blieb höflich interessiert, aber echte Begeisterung kam erst später auf.

Um 22:15 Uhr wurde es dann ernst: Pro-Pain betraten die Bühne und machten vom ersten Ton an klar, wer hier der Chef im Ring ist. Die Band um Frontmann Gary Meskil legte ohne große Ansagen los und überzeugte durch ihre gewohnte Mischung aus Groove, Aggression und Hardcore-Attitüde. Von Beginn an war das Publikum deutlich aktiver als zuvor – im vorderen Bereich wurde getanzt, mitgesungen und vereinzelt ein kleiner Pit eröffnet.

Das Set bestand aus einer Mischung bekannter Klassiker wie, ergänzt durch einige neuere Stücke. Pro-Pain präsentierten sich routiniert, kraftvoll und präzise, auch wenn man ihnen die vielen Jahre Bühnenerfahrung anmerkt: Die Show war solide und druckvoll, aber ohne große Überraschungen oder spontane Ausbrüche. Wer Pro-Pain kennt, weiß jedoch genau, was er bekommt – ehrlichen, schnörkellosen Hardcore, geradeaus und auf den Punkt.

Gute Stimmung bis zum Schluss

Die Fans dankten es mit durchgehend guter Stimmung. Auch wenn das Turock nicht restlos ausverkauft war, kam spätestens bei den Hits echte Bewegung in den Laden. Pro-Pain verabschiedete sich unter lautem Applaus vom Essener Publikum. Viele Besucher verließen den Club sichtbar zufrieden und schweißgebadet.

Fazit:

Ein klassischer Hardcore-Abend im Turock, der hielt, was er versprach. Die Vorbands waren musikalisch in Ordnung, aber keine echten Highlights. Pro-Pain lieferten eine souveräne, kraftvolle Show ab, die Fans der Band und des Genres zufriedenstellte – ohne große Überraschungen, aber mit solidem Handwerk und echter Bühnenpräsenz.

Foto & Bericht: Marcel Rotzoll