Ein Rückblick auf das Reload Festival 2025
Heiß, heißer, Reload! Über schlechtes Wetter konnten sich die Besucher des diesjährigen Reload Festivals in Sulingen bei Bremen wirklich nicht beklagen. Vom 14. bis 16. August erlebten rund 18.000 Besucher drei Festivaltage, die von strahlendem Sonnenschein und drückender Hitze geprägt waren. Auf dem staubigen Ackergelände wirbelten die Mosh- und Circlepits den Untergrund immer wieder auf, sodass sich dichte Staubwolken über den Feiernden bildeten. Ein ganz besonderes Jahr für das Festival: Das Reload feierte 2025 sein 20. Jubiläum und eröffnete dafür die Bühnen erstmals bereits am frühen Donnerstagabend. Insgesamt standen 48 Bands auf dem Programm, darunter neben internationalen Szenegrößen auch einige Nachwuchsacts und lokale Bands. Namen wie Machine Head, Gojira, I Prevail, Trivium, While She Sleeps und Mastodon zogen besonders viel Aufmerksamkeit auf sich.
Während die große Impericon Main Stage am Donnerstagmittag noch aufgebaut wurde und mit kleineren technischen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, eröffnete um 12:15 Uhr die lokale Band Scythe Beast kraftvoll die etwas kompaktere Plaza Stage. Schon zu diesem frühen Zeitpunkt hatten sich etliche Zuschauer eingefunden, die der Band einen gelungenen Start ins Festival ermöglichten. Besonders positiv war die Planung des Line-ups: Keine Band der Plaza Stage überschnitt sich zeitlich mit einem Act auf der Impericon Stage. Das erleichterte nicht nur Fans und Presse die Planung, sondern kam vor allem den kleineren Bands zugute, die so ihr komplettes Set ohne Konkurrenz präsentieren konnten.
Das Gelände selbst ist typisch Reload: Überschaubar, familiär und ohne endlose Laufwege. Auch wenn der Acker auf den ersten Blick wenig hergibt, war er durch Verkaufsstände, Essensbuden und Sitzgelegenheiten gut strukturiert. Ein kleines Highlight war die große Karussellschaukel mitten auf dem Gelände, die einen eindrucksvollen Blick über das Infield und die Main Stage bot.
Nach Scythe Beast folgten Conjurer aus dem Vereinigten Königreich und Annisokay aus Halle. Spätestens bei letzterem Act war die Energie endgültig entfacht und das Publikum in Feierlaune. Die Security versorgte die Besucher im Graben immer wieder mit Wasser und kleinen Erfrischungen – eine willkommene Abkühlung bei den Temperaturen.
Bis in den frühen Abend hinein bespielten verschiedene Acts die Plaza Stage, bevor um 18:25 Uhr mit The Butcher Sisters schließlich auch die Impericon Main Stage eingeweiht wurde – und das mit einem Knall. Die Band lieferte eine ebenso kraftvolle wie humorvolle Show, bei der sie sich selbst nicht zu ernst nahm, aber das Publikum restlos begeisterte.
Darauf folgte mit Bleed From Within eine weitere energiegeladene Performance, die für viele Besucher bereits zu den Highlights des ersten Tages zählte. Einen ausführlichen Bericht dazu findet ihr hier:
Später am Abend standen noch Static-X und Trivium auf der Main Stage. Während Static-X mit ihrer Mischung aus Industrial-Elementen, Cyfipunk und Hardcore zwar solide ablieferten, wirkten Showelemente wie die Frankenstein-ähnliche Bühnenfigur nicht ganz schlüssig eingebunden. Die Setlist bot viele Songs zum Mitgehen, doch fehlte es stellenweise an Abwechslung. Trivium hingegen ließen den Festivalfreitag mit einem kraftvollen Headliner-Set ausklingen, das die Besucher bis spät in die Nacht zum Headbangen brachte.
Der Freitag begann erneut bei sommerlicher Hitze. Für einen ungewöhnlichen Start sorgte Mambo Kurt, der mit seiner Drehorgel Kultklassiker auf seine ganz eigene, nostalgische Weise interpretierte. Der Tag hielt große Namen bereit: Ministry, Gojira und Machine Head standen als Headliner im Rampenlicht, daneben sorgten Szene-Lieblinge wie Landmvrks, Prong und Drowning Pool für Begeisterung.
Besonders hervorzuheben war die Show von Landmvrks. Mit ihrer unbändigen Energie rissen sie die Menge mit und übertrafen sogar ihren Auftritt beim Wacken Open Air zwei Wochen zuvor. Die Fans gaben alles, Crowdsurfer strömten in Wellen nach vorne und die Security hatte alle Hände voll zu tun, die gute Stimmung im Zaum zu halten.
Das Reload Festival lebt aber nicht nur von seinen Bands, sondern auch von seiner Atmosphäre. Mit rund 18.000 Besuchern bleibt es ein Festival mit einem familiären Gefühl. Laut Veranstaltern wäre sogar noch Luft nach oben, doch das Team betont immer wieder, dass man die besondere Nähe und das heimische Flair nicht aufs Spiel setzen möchte. Ein komplettes Interview mit den Veranstaltern findet ihr hier:
https://rock-journal.de/index.php/2025/08/20/im-interview-das-reload-festival/
Auch organisatorisch konnte das Reload überzeugen. Zeitpläne wurden eingehalten, Abläufe funktionierten reibungslos und sowohl Presse als auch Besucher fanden beste Bedingungen vor. Lediglich die Anreise war in diesem Jahr für einige Besucher etwas chaotisch. Die Verantwortlichen entschuldigten sich nachträglich für die Schwierigkeiten, betonten aber, dass daran bereits gearbeitet werde. Die Stimmung vor Ort blieb davon ungetrübt – ein klares Zeichen dafür, wie viel Herzblut die Veranstalter in das Festival stecken.
Insgesamt zeigte sich das Reload Festival 2025 als ein Event, das auch nach 20 Jahren nichts von seiner Leidenschaft und Nähe verloren hat. Das Jubiläum wurde gebührend gefeiert, ohne dass die familiäre Atmosphäre darunter litt. Schon jetzt versprechen die Veranstalter für 2026 erneut ein starkes Line-up, das die Erfolgsgeschichte des Festivals fortsetzen soll.
