Rock Journal
Konzertberichte

Konzertbericht: Volbeat Oberhausen – Eine Ode an den Rock

Am 28. September war es endlich so weit: Volbeat machten auf ihrer Tour Halt in Oberhausen. Schon lange im Vorfeld war die Rudolf-Weber-Arena restlos ausverkauft, und die Vorfreude der Fans war groß. Bereits beim Einlass war spürbar, dass ein besonderer Abend bevorstand.

Witch Fever – ein schwerer Start

Als erste Vorband eröffneten Witch Fever den Abend. Die Band brachte eine Mischung aus Punk- und Alternative-Sound auf die Bühne, doch der Funke wollte nicht so recht überspringen. Ihr wilder, teils experimenteller Stil war sicher interessant, passte aber nicht für jeden Geschmack – für mich persönlich eher nicht. Entsprechend verhalten war die Stimmung in der Halle: vereinzeltes Mitwippen, aber wenig Begeisterung.

Bush – Spielfreude pur

Der zweite Support war ein echter Kontrast: Bush. Die britische Rockband um Sänger Gavin Rossdale legte mit einer Spielfreude los, die sofort für Bewegung im Publikum sorgte. Schon mit den ersten Songs hatten sie die Oberhausener Fans auf ihrer Seite. Klassiker wie Machinehead oder Glycerine sorgten für lautstarken Gesang aus tausenden Kehlen. Rossdale wirkte bestens gelaunt, suchte immer wieder den Kontakt zum Publikum und hatte sichtlich Spaß am Auftritt. Die Band zeigte, dass sie live noch immer eine gewaltige Energie entfalten kann. Die Stimmung in der Halle kippte nun ins Positive – von Zurückhaltung keine Spur mehr, stattdessen ausgelassene Feierlaune. Dies war besonders zu sehen, als sich Frontmann Gavin Rossdale eine Kamera schnappte und durchs Publikum lief, Zuschauer umarmte und das entsprechende Lied vom Ende der Halle zu Ende sang.

Volbeat – ein Headliner, der ablieferte

Dann war es Zeit für den Headliner: Volbeat. Mit einem fulminanten Intro eröffneten die Dänen ihr Set, und die Halle explodierte förmlich. Vom ersten Moment an war klar, warum sie die große Bühne verdient haben: kraftvolle Riffs, druckvolle Drums und die markante Stimme von Michael Poulsen füllten die Arena.

Die Setlist bot eine gelungene Mischung aus älteren Klassikern und neueren Stücken. Songs wie Lola Montez oder Still Counting verwandelten die Arena in einen einzigen Chor, während die Fans bei neueren Tracks ebenso textsicher und euphorisch mitgingen. Das Zusammenspiel von Licht, Sound und der Performance auf der Bühne machte die Show zu einem audiovisuellen Spektakel. Generell muss man sagen, dass die Bühe gelungen war. Der lange Steg in Richtung Hallenmitte wurde ausgiebig genutzt.

Besonders beeindruckend war, wie sehr die Band mit dem Publikum harmonierte. Poulsen bedankte sich mehrfach für die Unterstützung, grinste immer wieder ins Publikum, animierte die Fans zum crowdsurfen und schaffte eine fast familiäre Atmosphäre – trotz der Größe der Halle.

Der Abend in Oberhausen war ein Auf und Ab: ein etwas holpriger Beginn mit Witch Fever, dann eine überraschend starke Performance von Bush, die die Stimmung komplett umdrehte, und schließlich ein triumphaler Headliner-Auftritt von Volbeat, der die Arena zum Kochen brachte. Am Ende verließen tausende Fans glücklich und erschöpft die Halle – mit dem Gefühl, ein echtes Rock-Erlebnis der Extraklasse erlebt zu haben.