Rock Journal
Konzertberichte

Konzertbericht – Of Mice & Men – Leipzig – 29.11.2025

Der Abend im Anker begann kraftvoll: Gore, eine female-fronted Metalcoreband aus Texas, eröffneten das Konzert und setzten sofort ein Zeichen. Mit starkem Clean-Gesang, druckvollen Screams und einer energetischen Bühnenpräsenz heizten sie dem Publikum spürbar ein. Ihre Mischung aus Härte und Melodie bot einen eindrucksvollen Auftakt – präzise, laut und selbstbewusst.
Im Anschluss übernahm GHØSTKID die Bühne und verwandelte die Halle in ein düsteres Gesamtkunstwerk. Wer die Band kennt, weiß: hier treffen visuell dunkle Ästhetik, harte Industrial-Metalcore-Sounds und emotional rohe Texte aufeinander. Schon mit „Supernøva“ hatten sie das Publikum vollständig in Bewegung. Schwere Riffs, tiefe Bässe, kraftvolle Screams und zugleich eingängige Refrains – GHØSTKID schafften einmal mehr diesen besonderen Spagat zwischen unbändiger Härte und berührender Verletzlichkeit. Ein Auftritt, der sowohl atmosphärisch als auch musikalisch beeindruckte.
Der Headliner – Of Mice & Men
Nach zwei intensiven Supports war die Bühne bereit für den Headliner, auf den viele gewartet hatten: Of Mice & Men. Schon mit den ersten Klängen war klar, dass die Band ihre Ausnahmestellung im modernen Metalcore nicht ohne Grund innehat. Die Kalifornier präsentierten sich souverän, fokussiert und mit einer spürbaren Nähe zum Publikum.
Was an diesem Abend besonders hervortrat, war die Atmosphäre zwischen Band und Fans. Man spürte die Liebe und Dankbarkeit der Musiker in jeder Bewegung, jedem Wort und jeder Geste. Frontmann Aaron Pauley zeigte das vielleicht am eindrucksvollsten: Immer wieder suchte er den Blickkontakt, nahm sich Momente der Stille – und sein Ausdruck wirkte durchgehend warm, tief berührend und aufrichtig dankbar. Es war dieser seltene Blick, der nicht nur Professionalität, sondern echte Wertschätzung transportiert.
Musikalisch lieferte die Band ein druckvolles, präzise gespieltes Set ab. Kraftvolle Shouts wechselten sich mit emotional klaren Gesangslinien ab, während die Instrumentalabteilung mit tighten Breakdowns und atmosphärischen Zwischentönen überzeugte. Die Fans sangen jeden Refrain mit – ein Chor, der den Saal zeitweise vollständig erfüllte und die Verbindung zwischen Bühne und Publikum noch verstärkte.
Of Mice & Men zeigten sich an diesem Abend nicht nur als routinierte Live-Band, sondern als Gruppe, der der Kontakt zu ihren Zuhörer*innen wirklich wichtig ist. Ein Konzert, das musikalisch überzeugt hat – und emotional nachklingt.
Bericht & Fotos: Wendy Ranke