Rock Journal
Konzertberichte

Ein Onkel auf Solotour – Der W – 06.03.2026 Turbinehalle 2 – Oberhausen

Am Freitagabend, dem 6. März 2026, verwandelte sich die Turbinenhalle 2 in Oberhausen in einen Treffpunkt für Fans des deutschsprachigen Hard Rock. Auf dem Programm stand das Konzert von Der W, dem Soloprojekt von Stephan Weidner (Böhse Onkelz), das an diesem Abend fast ausverkauft war. Schon früh füllte sich die Halle, und man merkte schnell: Das Publikum war gekommen, um einen Abend mit ehrlichem, handgemachtem Rock zu erleben.

Elm Street eröffnet den Abend

Den Auftakt übernahm die australische Band Elm Street, die als Vorband für die passende Einstimmung sorgen sollte. Musikalisch lieferte die Gruppe eine solide Performance ab. Ihr klassisch geprägter Heavy Metal kam druckvoll aus den Boxen, die Gitarren waren präzise, und auch gesanglich überzeugte Frontmann Ben Batres. Die Band wirkte eingespielt und präsentierte ihre Songs mit sichtlicher Spielfreude.

Die Reaktionen des Publikums blieben jedoch etwas verhalten. Zwar gab es Applaus und vereinzelte Fans gingen bereits ordentlich mit, doch insgesamt blieb die Stimmung im Publikum eher auf einem soliden, aber noch nicht euphorischen Niveau. Elm Street machten ihre Sache gut und erfüllten ihre Rolle als Anheizer zuverlässig – der große Funke wollte im Saal zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht überspringen.

Der W übernimmt die Bühne

Als schließlich Der W die Bühne betrat, änderte sich das Bild deutlich. Schon mit den ersten Tönen war zu spüren, dass viele Fans genau auf diesen Moment gewartet hatten. Die Turbinenhalle 2 reagierte sofort – Jubel, erhobene Hände und lautstarker Gesang begleiteten die ersten Songs des Sets.

Musikalisch präsentierte sich die Band an diesem Abend äußerst präzise und kraftvoll. Die Gitarren waren druckvoll, das Schlagzeug trieb die Songs energisch nach vorne, und Stephan Weidner stand gewohnt souverän im Mittelpunkt des Geschehens. Seine markante Stimme trug die Songs mühelos durch den Raum, während das Publikum viele Textzeilen lautstark mitsang.

Auch die Setlist bot eine gelungene Mischung aus bekannten Stücken und neueren Songs, wodurch sowohl langjährige Fans als auch jüngere Zuhörer auf ihre Kosten kamen. Besonders bei den bekannteren Titeln erreichte die Stimmung im Publikum ihren Höhepunkt – die fast ausverkaufte Halle verwandelte sich zeitweise in einen großen Chor.

Stimmung stark – persönlicher Funke bleibt aus

Objektiv betrachtet war das Konzert musikalisch auf einem sehr hohen Niveau. Die Band spielte tight, der Sound war klar, und die Atmosphäre im Saal war durchweg positiv. Viele Fans wirkten begeistert und feierten die Songs.

Trotzdem blieb bei mir persönlich ein kleines Fragezeichen zurück. So sehr das Publikum auch mitging und so überzeugend die Performance der Band war – der entscheidende Funke wollte bei mir an diesem Abend einfach nicht überspringen. Es war keineswegs ein schlechtes Konzert, im Gegenteil: handwerklich und musikalisch gab es kaum etwas zu bemängeln. Doch manchmal ist Konzertmagie eben auch etwas sehr Individuelles.

Fazit

Der Abend in der Turbinenhalle 2 bot alles, was man von einem guten Rockkonzert erwartet: eine solide Vorband, eine fast ausverkaufte Halle, eine gut aufgelegte Hauptband und ein Publikum, das die Songs feierte. Elm Street lieferten einen ordentlichen Auftakt, während Der W musikalisch überzeugte und für eine sehr gute Stimmung im Saal sorgte.

Auch wenn der Abend für mich persönlich nicht ganz die Wucht entfalten konnte, die man sich von einem solchen Konzert erhofft, bleibt dennoch ein insgesamt starker Konzertabend in Erinnerung.

Bericht & Fotos: Marcel