Label: Arising Empire
Genre: Modern Metalcore / Post-Hardcore
VÖ: 20.03.2026
Bewertung: 8.5/10
Der Phönix aus der Hamburger Asche
Zwei Jahre nach ihrem Achtungserfolg „The Beauty of Death“ melden sich die Hamburger Jungs von Lost In Hollywood zurück – und sie haben keine Gefangenen gemacht. Wer befürchtet hatte, die Band würde sich nach dem Debüt auf ihren Lorbeeren ausruhen, wird bereits beim Opener I Should Have Known Better eines Besseren belehrt. Das selbstbetitelte Zweitwerk ist kein bloßer Nachfolger, sondern eine Machtdemonstration in Sachen Modern Metalcore.
Zwischen emotionalem Abgrund und EDM-Ekstase
Was Lost In Hollywood auf diesen elf Tracks abliefern, ist die perfekte Symbiose aus roher Gewalt und zerbrechlicher Melodie. Die Produktion ist – wie von Arising Empire gewohnt – absolut druckvoll und lässt jedem Instrument Raum zum Atmen. Besonders auffällig: Die Band hat ihren Einsatz von elektronischen Elementen perfektioniert. Anstatt die Riffs zu überlagern, wirken die Synths wie ein Brandbeschleuniger für die ohnehin schon hochemotionalen Hooks.
Die Highlights:
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„Ghost In The Water“: Ein atmosphärisches Monster, das zeigt, wie vielseitig Sänger Amon Garrasi mittlerweile agiert. Von verzweifelten Screams bis hin zu Gänsehaut-Clean-Vocals ist alles dabei.
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„Love Is Dying“ (feat. Philip Strand): Die Kollaboration mit dem Normandie-Frontmann ist ein absoluter Geniestreich. Ein moderner Radio-Rock-Ohrwurm mit Metalcore-Kante, der sicher jeden Live-Club zum Kochen bringt.
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„Like A River“ (feat. Of Virtue): Hier wird das Tempo nochmal angezogen. Ein Track, der die Brücke zum US-Sound schlägt und international absolut konkurrenzfähig ist.
Fazit
Lost In Hollywood beweisen mit diesem Album, dass sie bereit für die großen Bühnen sind. Sie klingen reifer, düsterer und kompositorisch mutiger als noch 2024. Es ist ein Album für die Generation „Bring Me The Horizon“ und „Architects“, das dennoch eine ganz eigene, norddeutsche Handschrift trägt.
„Ein Pflichtkauf für alle, die Metalcore nicht nur hören, sondern fühlen wollen. Die Jungs sind nicht mehr ‚lost‘ – sie haben ihren Sound gefunden.“
Text: Marc Junge
