Rock Journal
Plattencheck

Plattencheck: Don Broco – Nightmare Tripping

Label: Fearless Records

Genre: Alternative Rock / Post-Hardcore / Funk-Metal

VÖ: 27.03.2026

Bewertung: 9.3/10

Zwischen Schlafparalyse und Party-Hymnen

Don Broco waren schon immer die bunten Hunde der Szene, aber auf „Nightmare Tripping“ treiben sie ihr Spiel mit den Genres auf die Spitze. Das Album ist düsterer und experimenteller als seine Vorgänger, ohne dabei den typischen Broco-Groove zu verlieren. Es fühlt sich an wie ein Fiebertraum, aus dem man gar nicht aufwachen möchte.

Ein Mix, der eigentlich nicht funktionieren dürfte

Wer hätte gedacht, dass Don Broco und Nickelback zusammenpassen? Der Titeltrack Nightmare Tripping beweist es. Es ist eine wuchtige Kollaboration, die zeigt, dass Rob Damiani und Chad Kroeger stimmlich hervorragend harmonieren. Aber das ist noch nicht alles: Die Band wildert in Metalcore-Gefilden, streut Steel-Drum-Sounds ein und vergisst dabei nie die riesigen Refrains.

Die Highlights:

  • „Nightmare Tripping“ (feat. Nickelback): Der wohl überraschendste Song des Jahres. Aggressiv, melodisch und mit einem massiven Ohrwurm-Faktor.

  • „True Believers“ (feat. Sam Carter): Wenn der Architects-Frontmann mitschreit, wird es ernst. Ein wütender Track über den Kontrast zwischen Patriotismus und Nationalismus, der live sicher alles abreißen wird.

  • „Ghost In The Night“: Der atmosphärische Ruhepol. Ein cineastischer Song, der zeigt, wie sehr die Band als Songwriter gewachsen ist.

Fazit

Don Broco liefern mit „Nightmare Tripping“ ihr technisch ambitioniertestes Werk ab. Es ist mutig, manchmal wunderbar seltsam („weird but cool“) und verdammt druckvoll produziert. Die Briten untermauern ihren Status als eine der kreativsten Bands der aktuellen Rock-Landschaft.

„Ein musikalischer Trip, der Grenzen sprengt. Don Broco sind zurück und klingen frischer denn je. Wer auf der Suche nach dem Sound von morgen ist, wird hier fündig.“

Text: Marc Junge