Rock Journal
Plattencheck

Plattencheck: Corrosion of Conformity – Good God / Baad Man

Label: Nuclear Blast

Genre: Sludge / Southern Rock / Stoner Metal

VÖ: 03.04.2026

Bewertung: 9.2/10

Das Doppel-Manifest des Heavy Rock

Acht Jahre haben wir gewartet, und COC antworten nicht einfach mit einem Album, sondern mit einem Doppel-Wumms. Produziert von Warren Riker, ist „Good God / Baad Man“ (von Pepper Keenan liebevoll „Dark Side of the Doom“ getauft) eine Reise durch die gesamte DNA dieser legendären Band. Die 14 Tracks sind in zwei klar getrennte Welten unterteilt: Die aggressive Wut und die tiefen Grooves.

Zwei Seiten einer Medaille

  • CD 1: „Good God“ ist die Rückkehr zu den räudigen Hardcore-Punk-Wurzeln und dem massiven Sludge. Es ist dreckig, schnell und kompromisslos. Stanton Moore (der schon auf „In the Arms of God“ trommelte) bringt eine Dynamik rein, die Reed Mullin sicher stolz gemacht hätte.

  • CD 2: „Baad Man“ ist die pure Southern-Rock-Ekstase. Hier regiert der Groove, die Gitarren von Woody und Pepper schwelgen in Twin-Soli und die Vibe-Schraube wird Richtung 70er-Jahre-Funk und Blues gedreht.

Die Highlights:

  • „Gimme Some Moore“: Die erste Single mit Gastvocals von Al Jourgensen (Ministry). Ein Brecher, der zeigt, dass die Band nichts von ihrer Gefährlichkeit verloren hat.

  • „Good God? / Final Dawn“: Ein Opener wie ein Erdbeben. Ein Riff, das so schwer ist, dass es eine eigene Postleitzahl bräuchte.

  • „Baad Man“: Der Titeltrack der zweiten Hälfte. Ein stampfender Rock-Song, der in Barry Gibbs Heimstudio aufgenommen wurde (Pepper spielt hier sogar eine Strat von Maurice Gibb!) und einen unwiderstehlichen Groove hat.

Fazit

Corrosion of Conformity haben ein Meisterwerk abgeliefert, das die Brücke zwischen „Blind“ und „Deliverance“ schlägt. Es ist emotional, technisch brillant und atmet in jeder Sekunde den Geist des Rock ’n‘ Roll. Bobby Landgraf fügt sich am Bass nahtlos ein und Stanton Moore ist schlicht ein Tier an den Kesseln.

„Ein Liebesbrief an alles, was laut und schwer ist. COC sind nicht nur zurück – sie thronen über der Szene. Ein Pflichtkauf, Punkt.“

Text: Marc Junge (majun.photo)