Rock Journal
Konzertberichte

Wenn die Turbinenhalle bebt – Get That Done Fest 2026

Am Samstag, den 18. April 2026, verwandelte sich die Turbinenhalle II in einen Treffpunkt für Metalcore-Fans aus der ganzen Region. Das Get That Done Fest 2026 versprach ein intensives Paket aus modernen Sounds, Breakdowns und Live-Energie – und lieferte für knapp 1.500 Fans über viele Stunden hinweg einen Abend, der sowohl Höhen als auch kleinere Schwächen hatte, insgesamt aber klar in Erinnerung bleibt.

Den Auftakt machten Vicious Rain – und setzten die Messlatte direkt überraschend hoch. Für eine Opener-Band brachten sie eine enorme Energie auf die Bühne und schafften es sofort, Bewegung in die noch nicht komplett gefüllte Halle zu bringen. Ihr Sound war druckvoll, aber gleichzeitig eingängig, mit starken Melodien und gut platzierten Breakdowns. Besonders die Bühnenpräsenz stach heraus: selbstbewusst, nahbar und mit spürbarer Spielfreude. Das Publikum reagierte schnell, erste Moshpits entstanden, und man hatte früh das Gefühl, hier eine der stärksten Performances des Tages zu erleben. Rückblickend waren Vicious Rain ganz klar die überzeugendste Vorband des Abends.

Im Anschluss betraten ACCCVSED die Bühne. Nach dem starken Einstieg hatten sie es nicht leicht – und konnten leider nicht wirklich daran anknüpfen. Zwar war die Härte vorhanden und auch technisch gab es wenig auszusetzen, doch die Songs wirkten stellenweise etwas monoton und weniger packend. Die Dynamik fehlte, und die Crowd reagierte entsprechend verhaltener. Es gab einzelne Momente, in denen die Energie kurz aufflammte, insgesamt blieb der Auftritt aber eher blass und konnte keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Mit Caliban folgte dann eine absolute Institution des Genres. Die Band brachte sofort eine ganz andere Wucht mit auf die Bühne und zeigte, warum sie seit Jahren zu den festen Größen im Metalcore zählen. Ihr Set war brachial und routiniert bis ins Detail. Ohne große Experimente lieferten sie genau das, was man erwartet: kompromisslosen Sound, massive Breakdowns und eine konstant hohe Intensität. Die Halle war jetzt endgültig auf Betriebstemperatur, die Crowd ging deutlich aktiver mit, und Caliban sorgten für einen der härtesten Momente des Abends.

Als Headliner übernahmen schließlich Any Given Day das Ruder – und bestätigten eindrucksvoll ihren Status. Von Beginn an war die Verbindung zum Publikum da, die Energie auf und vor der Bühne passte perfekt zusammen. Die Band spielte extrem tight, mit einer gelungenen Mischung aus Härte und melodischen Elementen. Besonders die Wechsel zwischen brachialen Parts und eingängigen Refrains funktionierten live hervorragend. Die Stimmung erreichte hier ihren Höhepunkt: volle Bewegung im Publikum, laute Mitsingparts und eine insgesamt elektrisierende Atmosphäre. Any Given Day lieferten eine bockstarke Performance ab und setzten dem Abend einen mehr als würdigen Schlusspunkt.

Fazit: Ein langer Konzerttag mit viel guter Musik und klaren Höhepunkten. Vicious Rain überzeugten als stärkste Vorband, während ACCCVSED nicht ganz mithalten konnten. Caliban lieferten die erwartete brachiale Routine, bevor Any Given Day den Abend mit einer extrem starken Headliner-Show krönten. Unterm Strich: ein intensiver, gelungener Abend, der sich vor allem durch eine herausragende Vorband und einen ebenso starken Abschluss auszeichnete.

Fotos & Bericht: Marcel