Rock Journal
Plattencheck

Plattencheck: Self Deception – One Of Us

Label: Napalm Records

Genre: Modern Rock / Alternative Metal

VÖ: 15. Mai 2026

Bewertung: 8.1/10

Der Sprung in die Profiliga

Mit dem Wechsel zum Branchenriesen Napalm Records haben Self Deception endgültig die Independent-Pfade verlassen. Das neue Album „One of Us“ ist das Ergebnis dieser Professionalisierung. Der Sound ist massiv, die Hooks sind auf maximale Reichweite getrimmt, und die Produktion lässt keinen Spielraum für Ecken und Kanten. Das ist moderner Rock, der genau weiß, wie er im Radio und in den großen Playlists funktionieren muss.

Zwischen Formelhaftigkeit und echten Momenten

Man merkt der Platte an, dass hier nichts dem Zufall überlassen wurde. Das sorgt einerseits für eine extrem hohe Qualität, nimmt der Band aber manchmal auch das Unvorhersehbare, das sie früher ausgezeichnet hat.

Das Highlight im Detail:

  • „Don’t Belong“: Ohne Frage der stärkste Track der Platte. Hier gelingt der Band die Balance zwischen Pathos und Glaubwürdigkeit am besten. Der Song thematisiert die Isolation in einer digitalisierten Welt und trifft damit einen Nerv. Während andere Songs auf dem Album fast schon zu glattgebügelt wirken, spürt man hier noch die nötige Dringlichkeit in Andreas Clarks Stimme.

Fazit

„One of Us“ ist ein handwerklich makelloses Modern-Rock-Album, das Self Deception viele neue Türen öffnen wird. Es ist der logische nächste Schritt nach dem Signing bei Napalm Records. Für langjährige Fans könnte die Produktion allerdings eine Spur zu klinisch geraten sein. Dennoch: Wer auf stadiontaugliche Refrains und modernen Metal-Touch steht, kommt an diesem Release nicht vorbei.

„Self Deception liefern mit ‚One of Us‘ ein solides Major-Debüt ab. ‚Don’t Belong‘ ist dabei das absolute Aushängeschild und beweist, dass unter dem Hochglanz-Sound ein echtes, emotionales Herz schlägt.“

Text: Marc Junge (majun.photo)