Label: Concord Records
Genre: Punk Rock / Noise Rock / Electronic Crossover
VÖ: 22.05.2026
Bewertung: 7.2/10 (Erste Hälfte: 9.5/10 | Zweite Hälfte: 5.0/10)
Das Album der zwei Gesichter
Ecca Vandal meldet sich mit einem Titel zurück, der moderner nicht sein könnte: „Looking for People to Unfollow“. Und genau wie beim digitalen Feed-Ausräumen spaltet dieses Album die Gemüter. Wer die australische Powerfrau für ihre kompromisslose, rockige Kante liebt, wird auf diesem Werk eine emotionale Achterbahnfahrt erleben. Das Album ist strikt zweigeteilt – ein genialer Geniestreich im ersten Akt, ein gewöhnungsbedürftiges Experiment im zweiten.
Vorhang auf für den Rock-Abriss (Die erste Hälfte)
Die erste Hälfte des Albums ist schlichtweg phänomenal. Hier regiert die Gitarre, der Dreck und die pure Punk-Attitüde. Ecca rotzt ihre Lines mit einer Energie heraus, die jede Box sprengt.
Die absoluten Highlights:
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„Sorry!Crash!“: Ein Song wie ein Auffahrunfall – im besten Sinne. Aggressiv, laut und unvorhersehbar. Ein massiver Einstieg, der keine Gefangenen macht.
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„Vertical Worlds“: Hier greift die perfekte Symbiose aus treibenden Rock-Riffs und Eccas unverwechselbarem Vocal-Rhythmus. Ein Track, der sofort ins Blut geht.
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„Bleed but never Die“: Das emotionale und energiegeladene Manifest der ersten Albumhälfte. Ein hymnischer Rock-Song mit unfassbarem Drive, der live für absolute Eskalation sorgen dürfte.
Der stilistische Bruch (Die zweite Hälfte)
Nach der Hälfte zieht Ecca Vandal allerdings den Stecker aus dem Gitarrenverstärker. Die verbleibenden Tracks verlassen die rockige Schiene fast vollständig und biegen ab in Richtung experimenteller Elektronik, Pop-Strukturen und Hip-Hop-Beats. Für Hörer, die wegen des Schmutzes und der Riffs hier sind, verliert das Album in diesem Abschnitt spürbar an Fahrt und Dringlichkeit. Es wirkt fast so, als hätte man mitten im Durchlauf die Platte gewechselt.
Fazit
„Looking for People to Unfollow“ ist ein mutiges, aber extrem zerrissenes Album. Die erste Hälfte bietet feinsten, energetischen Rock und liefert mit „Sorry!Crash!“, „Vertical Worlds“ und „Bleed but never Die“ absolute Jahreshighlights ab. Dass die zweite Hälfte für Rock-Fans komplett abfällt, verhindert eine absolute Höchstwertung. Dennoch: Für die erste Hälfte lohnt sich der Klick auf „Listen“ allemal.
„Ein Album, das man nach der Hälfte quasi ‚unfollown‘ möchte – dessen sieben Songs aber zum Besten gehören, was der moderne Rock gerade zu bieten hat. Mutig, aber extrem spaltend.“
Text: Marc Junge (majun.photo)
