Der zweite Tag bei Rock im Park zeigte sich im Vergleich zum vergangenen Jahr überraschend trocken. Bis auf einen kurzen Regenschauer am Nachmittag ließ sich niemand die Stimmung verderben. Bereits gegen
11:30 Uhr öffnete das Infield seine Tore und die ersten Festivalbesucher strömten voller Vorfreude auf das Gelände. Überall spürte man die Motivation und Euphorie, endlich wieder Livemusik, Moshpits und Festivalfeeling erleben zu können.
Den Start in den Tag machten wir bei Black Veil Brides auf der Utopia Stage. Die US-amerikanische Band rund um Sänger Andy Biersack ist bekannt für ihren Mix aus Hard Rock, Glam Metal und Metalcore-Elementen. Nicht nur musikalisch überzeugten Black Veil Brides, sondern auch durch ihre starke Bühnenpräsenz. Die Band gehört längst zu den festen Größen der Szene und wurde von den Besuchern
entsprechend gefeiert.
Wer es etwas rockiger mochte, fand zeitgleich auf der Orbit Stage bei Ego Kill Talent seinen Platz. Die brasilianische Alternative-Rock-Band ist bekannt für ihren energiegeladenen Sound und ihre ungewöhnliche
Dynamik auf der Bühne, Instrumentenwechsel inklusive. Direkt im Anschluss füllte die Band Boundaries die Halle mit kompromisslosen Metalcore- und Hardcore-Klängen. Und wer Hardcore kennt, weiß: Das
Publikum ist oft eine ganz eigene Bubble – roh, chaotisch, energiegeladen. Moshpits, fliegende Arme und pure Eskalation inklusive.
Überrascht hat uns an diesem Tag besonders Hollywood Undead. Die US-Band verbindet Rap, Rock, Nu Metal und elektronische Elemente zu einem Sound, der live erstaunlich gut funktioniert. Abwechslungsreich,
unterhaltsam und definitiv empfehlenswert – vor allem durch ihre Mischung aus Stimmung und emotionaleren Songs.
Ein weiteres Highlight für viele Fans war Breaking Benjamin auf der Mandora Stage. Die amerikanische Rockband war nach fast einem Jahrzehnt Pause endlich wieder live zu sehen, weshalb sich schnell eine große Menge vor der Bühne versammelte. Mit ihrem melancholischen Alternative Rock und Songs voller Emotionen und Wucht sorgten sie für echte Gänsehaut-Momente.
Auch Catch Your Breath überzeugten mit einem intensiven und emotionalen Auftritt. Die noch vergleichsweise junge Band aus Texas verbindet moderne Metalcore-Elemente mit eingängigen Melodien und authentischen Texten. Besonders die emotionale Atmosphäre ihrer Songs bleibt wohl
vielen Besuchern im Gedächtnis.
Das Highlight des Tages war für uns jedoch eindeutig The Offspring. Die Punkrock-Legenden aus Kalifornien lieferten auf der Utopia Stage einen Auftritt voller Klassiker ab. Kaum eine andere Band schaffte es,
generationenübergreifend so viele Menschen gleichzeitig zum Mitsingen zu bringen. Der Platz vor der Bühne war komplett gefüllt und verwandelte sich in eine einzige große Party.
Zeitgleich spielten Alter Bridge auf der Mandora Stage. Die Band zählt zu den prägenden Rockbands der 2000er-Jahre und verbindet kraftvolle Gitarrenriffs mit emotionalen, teils nachdenklichen Texten. Besonders
die markante Stimme von Myles Kennedy und die Gitarrenarbeit von Mark Tremonti machten den Auftritt zu einem starken Kontrast zur Punkrock-Energie von The Offspring.
Den Abschluss des Tages machten für uns schließlich The Story So Far. Die amerikanische Pop-Punk-Band brachte mit melancholischen Texten und der rohen Stimme von Sänger Parker Cannon genau das Gefühl zurück, mit dem viele groß geworden sind. Ein Auftritt voller Nostalgie, Emotionen und dieser einen Erkenntnis: “Sorry Mom – it’s not justa phase.”
Text: Wendy Ranke
