Rock Journal
Plattencheck

Plattencheck: Evanescence – Sanctuary

Label: Columbia Records

Genre: Symphonic Rock / Alternative Metal

VÖ: 05.06.2026

Bewertung: 9.5/10

Die Rückkehr der Königin des Symphonic Rock

Es gibt Stimmen, die man unter Tausenden sofort erkennt – und Amy Lee besitzt zweifellos eine der prägendsten der letzten zwei Jahrzehnte. Das neue Album „Sanctuary“, erschienen über Columbia Records, ist ein absoluter Triumphzug. Die Platte ist ein cineastisches Erlebnis, das den Hörer von der ersten Sekunde an in seinen Bann zieht. Wie der Titel schon andeutet, bietet das Album eine Art musikalischen Zufluchtsort, der die perfekte Balance zwischen brachialer Härte und verletzlicher Introspektion findet.

Zwischen orchestralem Bombast und mutigen Experimenten

Die Produktion auf „Sanctuary“ ist absolut gigantisch. Die Band kopiert sich nicht selbst, sondern entwickelt ihren unverkennbaren Sound organisch weiter – sei es durch moderne elektronische Farbtupfer oder extrem clevere Spannungsbögen, die den Hörer regelrecht fesseln.

Die Highlights im Detail:

  • „Who Will You Follow“: Ein absolutes Lehrstück in Sachen Dynamik. Der Track besticht durch einen wunderschönen, ruhigen Einstieg, der eine intime Atmosphäre schafft, bevor der Song plötzlich explodiert und in eine brachiale Soundwand umschlägt. Ein grandioser Energiekick!

  • „Rapture“: Dieser Song zeigt die experimentelle und moderne Seite der Band. Besonders der coole Mittelteil, der geschickt elektronische Elemente einsetzt, bricht mit den klassischen Mustern des Genres und verleiht dem Track eine extrem frische, spannende Note.

  • „How Do I Heal“: Das emotionale Herzstück der Platte. Ein zutiefst berührender, ruhiger Song, der fast ausschließlich von Amy Lees engelsgleicher Stimme und einem wunderschön gespielten Klavier getragen wird. Hier zeigt sich die nackte, verletzliche Essenz von Evanescence, die für pure Gänsehaut sorgt.

Fazit

„Sanctuary“ ist ein absolutes Pflichtprogramm für jeden Rock- und Metal-Fan. Es ist ein emotionales, kraftvolles und handwerklich makelloses Werk, das Evanescence auf dem absoluten Höhepunkt ihres Schaffens zeigt. Ein Album, das begeistert, berührt und zeigt, warum diese Band schlichtweg zeitlos ist.

„Ein episches Klanggewitter mit unendlicher Tiefe. Evanescence liefern mit ‚Sanctuary‘ ein Meisterwerk ab. Vom brachialen Ausbruch in ‚Who Will You Follow‘ bis zur intimen Klavier-Magie in ‚How Do I Heal‘ einfach makellos.“

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Text: Marc Junge (majun.photo)