Für viele Bands bleibt es ein Traum, einmal auf einer großen Festivalbühne zu stehen. Für ESCAPE THE MADNESS aus Chemnitz wird dieser Traum schon bald Realität. Die Metalcore-Band setzte sich zunächst gegen rund 400 internationale Bewerber durch und schaffte es in die finale Votingrunde für das Impericon Festival in Leipzig. Dort entschieden die Fans – und diese machten deutlich, wie groß der Rückhalt für die fünf Musiker inzwischen geworden ist. Mit rund 7000 Stimmen sicherte sich die Band den begehrten Festival-Slot.
Dabei standen nicht nur Freunde und Familie hinter der Band. Auch Kollegen, Schulen und sogar Bürgermeister unterstützten die Kampagne. Drei Wochen vor ihrem großen Auftritt haben wir mit ESCAPE THE MADNESS über ihren überraschenden Sieg, die Vorfreude auf das Festival und die Bedeutung ihrer Community gesprochen.
Rock Journal:
Ihr habt euch den Festival-Slot durchs Fan-Voting geholt. Wie surreal fühlt sich das an ?
Escape The Madness:
Der Sieg fühlt sich für uns immer noch surreal an. Schon die Chance, überhaupt Teil des Votings zu sein, haben wir als sehr gering eingeschätzt, weil uns bewusst war, wie stark die Konkurrenz mit über 400 teilnehmenden Bands ist. Umso größer war die Freude, als wir tatsächlich zu den acht Finalbands gehört haben. Gleichzeitig war uns klar, dass das Voting extrem umkämpft sein würde und der Weg bis ganz nach vorne alles andere als einfach wird. Dass wir am Ende tatsächlich gewonnen haben, hätten wir nie erwartet – umso schöner und besonderer fühlt sich dieser Moment jetzt für uns an.
Rock Journal:
Wie habt ihr erfahren, dass ihr das Voting gewonnen habt und was waren eure ersten Gedanken?
Escape The Madness:
Erfahren haben wir es direkt über das Voting-Format, da von Anfang an feststand, wann die einzelnen Runden starten, enden und die Ergebnisse feststehen. Als wir schließlich die finalen Zahlen gesehen haben, war uns klar, dass wir das Voting gewonnen hatten. In diesem Moment ist zwar eine enorme Last von uns abgefallen, gleichzeitig war es aber kaum greifbar. Nach all dem Einsatz und den vielen Wochen voller Spannung wirkte es fast unwirklich, tatsächlich ganz oben zu stehen. Natürlich war die Freude riesig, aber mindestens genauso groß war die Fassungslosigkeit darüber, dass wir das Voting wirklich gewonnen haben. Es ist nach wie vor ein wahr gewordener Traum für uns als Band.
Rock Journal:
Bereitet man sich anders auf ein Festival vor als auf eine Clubshow?
Escape The Madness:
An den eigentlichen Vorbereitungen ändert sich für uns nicht viel, denn unabhängig von der Bühnengröße sind die technischen Abläufe und die Proben im Grunde immer dieselben. Mental geht man an eine Show dieser Größenordnung allerdings schon anders heran als an eine kleine Clubshow. Vor allem setzen wir uns selbst einen sehr hohen Anspruch, weil wir die Chance nutzen möchten, bei einem so großen Festival einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Unser Ziel ist es, dem Publikum zu zeigen, wer wir sind, und als Opener-Band in Erinnerung zu bleiben.
Rock Journal:
Gibt es schon Nervosität oder überwiegt die Vorfreude?
Escape The Madness:
Die Vorfreude auf das Festival ist riesig, gleichzeitig begleitet uns natürlich auch eine gewisse Nervosität. Diese hat jedoch weniger mit der Größe der Bühne zu tun, sondern vielmehr mit unserem eigenen Anspruch an die Show. Aktuell gehen wir alle Abläufe und Details durch, um sicherzustellen, dass technisch und organisatorisch alles reibungslos funktioniert. Unser Ziel ist es, dem Publikum eine möglichst starke und professionelle ESCAPE THE MADNESS-Liveshow zu bieten und das bestmögliche Erlebnis auf die Bühne zu bringen.
Rock Journal:
Wenn ihr auf eure erste Show zurückblickt, hättet ihr gedacht, irgendwann auf dem Impericon Festival zu spielen?
Escape The Madness:
Kurz gesagt: Nein. Natürlich träumt man als junge Band davon, irgendwann große Ziele zu erreichen und auf großen Festivalbühnen zu stehen oder sich die Bühne mit etablierten Bands der Szene zu teilen. Doch wenn wir auf unsere Anfangsjahre zurückblicken, war ein Moment wie dieser für uns kaum vorstellbar. Umso besonderer ist es jetzt, nach all den Jahren harter Arbeit tatsächlich die Chance zu bekommen, genau das in die Realität umzusetzen.
Rock Journal:
Wie wichtig war eure Community auf dem Weg hier her?
Escape The Madness:
Ohne unsere Community hätten wir diesen Sieg nicht erreicht. Gerade während des Votings, als jede einzelne Stimme zählte, haben wir gemerkt, wie stark der Rückhalt hinter unserer Band wirklich ist. Die Unterstützung, die wir in dieser Zeit erfahren haben, macht uns unglaublich stolz und dankbar. Zu wissen, dass so viele Menschen an uns glauben und uns unterstützen, wenn es darauf ankommt, bedeutet uns enorm viel und ist letztlich einer der wichtigsten Gründe für diesen Erfolg.
Rock Journal:
Gab es Fan-Support, der euch besonders berührt hat?
Escape The Madness:
Einen einzelnen Moment oder eine bestimmte Aktion hervorzuheben, fällt uns schwer, weil wir für jede Form der Unterstützung gleichermaßen dankbar sind. Ob geteilte Beiträge, Instagram-Storys, Nachrichten oder persönliche Worte – jede einzelne Unterstützung hat ihren Teil dazu beigetragen, diesen Sieg möglich zu machen. Besonders beeindruckt hat uns die enorme Geschlossenheit unserer Community, die über Wochen hinweg hinter uns stand und uns mit voller Energie unterstützt hat. Gleichzeitig ist dieser Rückhalt für uns auch das Ergebnis einer Entwicklung, die wir in den letzten Jahren erleben durften. Der stetige Zuspruch und das Wachstum unserer Fanbase zeigen uns, dass sich die harte Arbeit auszahlt und geben uns die Bestätigung, dass unsere Community nicht nur unseren Weg begleitet, sondern gerade in entscheidenden Momenten fest hinter uns steht.
Rock Journal:
Welche Band auf dem Festival wollt ihr selber unbedingt sehen?
Escape The Madness:
Musikalisch freuen wir uns besonders auf Bands wie Architects, We Came As Romans, LANDMVRKS, Rise Against und Mehnersmoos, die wir selbst seit Jahren gerne hören. Gleichzeitig geht es für uns bei diesem Festival um weit mehr als nur einzelne Acts. Wir freuen uns vor allem auf die besondere Atmosphäre, die Energie des Wochenendes und den einzigartigen Festival-Vibe. Ein Teil des Line-ups zu sein und diese Erfahrung nicht als Besucher, sondern als auftretende Band erleben zu dürfen, macht das Ganze für uns noch einmal besonders.
Rock Journal:
Was darf Backstage niemals fehlen?
Escape The Madness:
Als Band haben wir grundsätzlich keine hohen oder speziellen Ansprüche an die Backstage-Ausstattung. Viel wichtiger ist uns die Atmosphäre vor Ort. Wenn der Backstage-Bereich gut versorgt ist, es etwas leckeres zum essen gibt und man einfach merkt, dass man als Künstler willkommen ist und wertgeschätzt wird, macht das für uns viel aus. Am Ende sind wir dankbar für alles, was uns dort geboten wird, ohne dass wir konkrete Erwartungen formulieren würden.
Rock Journal:
Was wollt ihr den Zuschauern mitgeben, die euch auf dem Festival vielleicht zum ersten mal sehen?
Escape The Madness:
Wenn ihr diese fünf Jungs aus Chemnitz auf der Bühne seht, denkt daran, dass unser gesamter Weg komplett im DIY-Geist und in Eigenregie entstanden ist – ohne großes Management oder Label im Rücken. Umso mehr bedeutet es uns, diese Bühne zu spielen. Bei unseren Konzerten ist wirklich jeder Mensch vor der Bühne willkommen. Für uns geht es darum, gemeinsam in diesen 30 Minuten die beste Zeit unseres Lebens zu haben. Schnapp euch eure Freunde, lasst euren Gefühlen freien Lauf und lasst uns diesen Moment gemeinsam feiern. Und gebt richtig Gas im Moshpit – wir wollen Leipzig zeigen, dass auch ein Opener die Hütte abreißen kann. 😀
Rock Journal:
Und was wollt ihr den Fans mitgeben, die euch durch das Voting auf dieses Festival gebracht haben?
Escape The Madness:
Wir lieben euch und sind unendlich dankbar und glücklich euch als Fans zu haben. Ihr seid der Motor und die Energie, die uns mit all unseren Projekten antreibt. Ohne euch würde es ESCAPE THE MADNESS nicht in dieser Form geben. Das werden wir euch niemals vergessen!
Fazit
Wenn ESCAPE THE MADNESS am Samstag, den 27. Juni die Festivalbühne betreten, steht hinter diesem Auftritt weit mehr als nur ein gewonnenes Voting. Es ist das Ergebnis von zehn Jahren harter Arbeit, unzähligen Proben, Clubshows und einer Community, die in entscheidenden Momenten geschlossen hinter ihrer Band steht.
Eines wird im Gespräch schnell deutlich: Die fünf Musiker aus Chemnitz betrachten diesen Erfolg nicht als selbstverständlich. Stattdessen sehen sie ihn als Ansporn, alles aus dieser Chance herauszuholen. Und wenn es nach der Band geht, soll Leipzig erleben, dass auch ein Opener die Bühne zum Beben bringen kann.
Das Interview führte Wendy Ranke für Rock-Journal
Fotos: Max Wintrich
