Am Dienstagabend machte die brasilianische Metal-Legende Sepultura im Rahmen ihrer Abschiedstour Halt in der Turbinenhalle II in Oberhausen. Unterstützt wurden sie dabei von Evil Invaders und Torture Squad.
Die beiden Vorbands konnten mich allerdings nicht wirklich überzeugen. Das lag weniger an der Leistung der Musiker als vielmehr daran, dass ihr Stil einfach nicht meinem persönlichen Musikgeschmack entspricht. Sowohl Evil Invaders als auch Torture Squad wurden vom Publikum ordentlich aufgenommen, für mich blieb die Vorfreude auf den Hauptact jedoch der eigentliche Höhepunkt des Abends.
Als schließlich Sepultura die Bühne betraten, war sofort klar, warum die Band seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Namen des Metal zählt. Trotz der nahezu tropischen Temperaturen in der Turbinenhalle lieferten die Brasilianer eine beeindruckende und energiegeladene Show ab. Die Hitze war sowohl im Publikum als auch auf der Bühne deutlich zu spüren, doch davon ließ sich die Band kein Stück bremsen.
Mit einer perfekt eingespielten Performance, druckvollem Sound und einer mitreißenden Bühnenpräsenz präsentierten Sepultura einen Querschnitt ihrer langen Karriere. Die Zuschauer dankten es mit lautstarken Reaktionen, zahlreichen Moshpits und einer Atmosphäre, die den ganzen Abend über elektrisierend blieb. Besonders bemerkenswert war, mit welcher Leidenschaft die Band auch unter diesen schwierigen Bedingungen agierte – von Ermüdungserscheinungen keine Spur.
Die Turbinenhalle II erwies sich dabei einmal mehr als passender Rahmen für einen intensiven Metal-Abend. Zwar machte die brütende Hitze den Konzertbesuch zeitweise anstrengend, der Qualität der Show tat dies jedoch keinen Abbruch.
Am Ende bleibt die Erinnerung an einen rundum gelungenen Konzertabend und eine Band, die eindrucksvoll bewies, warum sie über Jahrzehnte hinweg Generationen von Metal-Fans geprägt hat. Umso wehmütiger stimmt die Tatsache, dass sich Sepultura derzeit auf Abschiedstour befinden. Nach einer derart starken Vorstellung wird deutlich, welche Lücke ihr endgültiger Abschied in der Metal-Szene hinterlassen wird.
Fazit: Die Vorbands trafen zwar nicht meinen Geschmack, doch Sepultura machten dies mit einer bockstarken Performance mehr als wett. Trotz extremer Temperaturen entwickelte sich der Abend zu einem unvergesslichen Konzerterlebnis – und zu einem weiteren Beweis dafür, dass Sepultura auch zum Ende ihrer Karriere noch immer zur absoluten Spitzenklasse des Metal gehören.
