Rock Journal
Konzertberichte

A Day to Remember im Palladium Köln: Ein Abend zwischen brachialen Riffs, Mitsingchören und Gänsehautmomenten

24. Juni 2026 – Palladium, Köln

Schon bevor der Headliner die Bühne betrat, lag eine besondere Spannung in der Luft. Das ausverkaufte Palladium war bestens gefüllt und bereit für einen Abend, der Fans von modernem Rock, Metalcore und Pop-Punk gleichermaßen begeistern sollte. Den Auftakt übernahmen Don Broco – und die Briten machten von der ersten Minute an klar, dass sie nicht als bloße Vorband angereist waren.

Don Broco liefern eine Headliner-würdige Vorstellung

Mit „Cellophane“ eröffneten Don Broco ihr Set, bevor bereits beim zweiten Song „Pretty“ die erste Wall of Death des Abends entstand. Ein beeindruckender Beweis dafür, wie gut die Band mittlerweile auch hierzulande angenommen wird. Das Publikum ließ sich keine Sekunde bitten und verwandelte den Innenraum früh in ein Meer aus Bewegung.

Die zehn Songs umfassende Setlist zeigte eindrucksvoll die Vielseitigkeit der Band. Von „Nightmare Tripping“ über „Come Out to LA“ und „Gumshield“ bis hin zu „Bruce Willis“ blieb das Tempo hoch, ohne dabei die eingängigen Melodien aus den Augen zu verlieren.

Ein besonderer Moment folgte bei „True Believers“, als Sänger Rob Damiani mitten ins Publikum ging und den direkten Kontakt zu den Fans suchte. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Das Palladium erwies sich als erstaunlich textsicher. Immer wieder forderte Damiani die Menge zum Mitsingen auf – und erhielt lautstarke Antworten zurück.

Dass Gitarrist Simon Delaney an diesem Abend fehlte, fiel musikalisch kaum ins Gewicht. Er wurde souverän von einer Gitarristin vertreten, während ein zusätzlicher Keyboarder den Sound ergänzte und den ohnehin druckvollen Gesamteindruck abrundete.

Auch optisch überzeugte der Auftritt. Klare weiße Spotlights schnitten durch den leichten Bühnennebel und setzten die Musiker eindrucksvoll in Szene. Besonders Rob Damiani überzeugte mit seiner enormen Bühnenpräsenz: ständig in Bewegung, immer auf Tuchfühlung mit dem Publikum und sichtbar mit Freude bei der Sache. Der Bassist setzte ebenfalls starke Akzente, während das reduzierte Lichtkonzept den Fokus konsequent auf die Performance legte.

Der Sound war dabei glasklar und druckvoll – eine Qualität, die den gesamten Konzertabend prägen sollte.

Don Broco – Setlist

  1. Cellophane
  2. Pretty
  3. Nightmare Tripping
  4. Come Out to LA
  5. Gumshield
  6. Euphoria
  7. Bruce Willis
  8. True Believers
  9. Everybody
  10. Hype Man

A Day to Remember übernehmen – und das Palladium explodiert

Nach einer kurzen Umbaupause verdunkelte sich erneut die Halle. Nach und nach betraten die Musiker von A Day to Remember die Bühne, begleitet von lautem Jubel. Hinter ihnen ragte eine imposante Wüstenlandschaft mit dem riesigen Bandlogo empor, die dem Bühnenbild einen markanten Wiedererkennungswert verlieh. Ein besonderes Detail: Einige Fans durften den gesamten Auftritt direkt auf der Bühne miterleben und sorgten so für eine außergewöhnliche Nähe zwischen Band und Publikum.

Spätestens mit „The Downfall of Us All“ gab es kein Halten mehr. Bereits vom ersten Song an waren Crowd-Surfer unterwegs, während überall Arme in die Höhe schnellten und das Palladium lautstark jede Zeile mittrug.

Musikalisch präsentierte sich die Band hervorragend aufgelegt. Der ohnehin ausgezeichnete Sound ließ die druckvollen Gitarren, die wuchtige Rhythmussektion und Jeremy McKinnons markante Stimme bestens zur Geltung kommen. Gleichzeitig sorgte eine aufwendig abgestimmte Lichtshow mit kräftigen Grün-, Gelb-, Magenta- und Blautönen immer wieder für neue Stimmungsbilder. Mehrfach schossen CO₂-Säulen in die Höhe und unterstrichen die größten Momente des Sets eindrucksvoll.

Die Setlist bot einen Querschnitt durch das Schaffen der Band. Klassiker wie „I’m Made of Wax, Larry, What Are You Made Of?“, „2nd Sucks“, „Right Back at It Again“, „Have Faith in Me“, „Mr. Highway’s Thinking About the End“, „All I Want“ oder „The Plot to Bomb the Panhandle“ wechselten sich mit neueren Songs wie „Miracle“, „Bad Blood“, „Flowers“ und „Same Team“ ab.

Gerade „Bad Blood“ gehörte für mich zu den absoluten Höhepunkten des Abends. Der Song entfaltete live eine enorme Wucht und wurde vom Publikum begeistert aufgenommen. Ebenso blieb „All My Friends“ in besonderer Erinnerung – ein Song, der die ohnehin ausgelassene Stimmung noch einmal zusätzlich anheizte.

Auch wenn ich die Band bislang nicht bis ins Detail kannte, war deutlich zu spüren, dass zahlreiche langjährige Fans im Publikum auf bestimmte Songs ganz besonders gewartet hatten. Immer wieder brachen frenetische Jubelstürme los, einzelne Textzeilen wurden lauter gesungen als die Band selbst und die Begeisterung war während des gesamten Konzerts greifbar. Für mich war dieser Abend gleichzeitig ein Anstoß, mich künftig intensiver mit dem umfangreichen Katalog von A Day to Remember zu beschäftigen.

Mit dem abschließenden „All Signs Point to Lauderdale“ verabschiedete sich die Band schließlich nach einer rundum überzeugenden Show vom Kölner Publikum.

A Day to Remember – Setlist

  1. The Downfall of Us All
  2. I’m Made of Wax, Larry, What Are You Made Of?
  3. 2nd Sucks
  4. Right Back at It Again
  5. Bad Blood
  6. Paranoia
  7. Miracle
  8. All My Friends
  9. Have Faith in Me
  10. Same Team
  11. Rescue Me (Marshmello Cover)
  12. Flowers
  13. Mr. Highway’s Thinking About the End
  14. Resentment
  15. A Shot in the Dark
  16. All I Want
  17. The Plot to Bomb the Panhandle
  18. If It Means a Lot to You
  19. All Signs Point to Lauderdale

Fazit

Der 24. Juni 2026 im Kölner Palladium bot alles, was ein modernes Rockkonzert auszeichnet: zwei Bands in Bestform, einen ausgezeichneten Sound, eine eindrucksvolle Lichtproduktion und ein Publikum, das vom ersten bis zum letzten Song mitging.

Don Broco bewiesen eindrucksvoll, dass sie weit mehr als ein Support-Act sind und lieferten einen Auftritt ab, der bereits für zahlreiche Höhepunkte sorgte. A Day to Remember knüpften nahtlos daran an und präsentierten eine abwechslungsreiche Show, die sowohl langjährige Fans als auch Besucher überzeugte, die die Band – wie ich – bislang noch nicht in ihrer ganzen Tiefe kannten.

Am Ende blieb vor allem eines hängen: Zwei starke Livebands, ein bestens aufgelegtes Publikum und ein Konzertabend, der eindrucksvoll zeigte, warum das Palladium zu den beliebtesten Rock-Locations Deutschlands zählt.

Text & Foto: Marc Junge (majun.photo)