Am 9. Juli verwandelte sich die ausverkaufte Turbinenhalle in Oberhausen in einen Hexenkessel. Die Böhse Onkelz hatten zu Ihrer Warm-Up-Show geladen, die als Generalprobe für die bevorstehenden und abschließende Stadionshow Ihrer Tour auf Schalke diente. Besonders war dabei nicht nur die intime Atmosphäre der vergleichsweise kleinen Location, sondern auch die Vergabe der begehrten Tickets: Die glücklichen Besucher wurden im Vorfeld ausgelost und konnten sich auf einen ganz besonderen Abend freuen.
Pünktlich um 20 Uhr betraten Kevin Russell, Stephan Weidner, Matthias Röhr und Pe Schorowsky die Bühne – ganz ohne großes Intro, ohne aufwendige Inszenierung oder lange Ankündigungen. Stattdessen legten die Onkelz direkt los und machten vom ersten Ton an deutlich, worum es an diesem Abend ging: pure, unverfälschte Rockmusik.
Das Bühnenbild fiel bewusst schlicht aus. Keine gigantischen LED-Wände, keine spektakulären Effekte oder aufwendigen Kulissen dominierten das Geschehen. Im Mittelpunkt standen allein die vier Musiker und ihre Songs. Gerade diese Reduktion auf das Wesentliche verlieh dem Konzert einen besonderen Reiz. Die Fans erlebten die Band hautnah und bekamen die rohe, ehrliche Energie zu spüren, für die die Böhse Onkelz seit Jahrzehnten stehen.
Die Setlist orientierte sich an den vorangegangenen Konzerten der Tour und bot daher keine Überraschungen. Dennoch tat dies der Stimmung keinen Abbruch. Im Gegenteil: Die Zuschauer feierten jeden Song lautstark mit und sorgten über die gesamte Spielzeit für eine beeindruckende Atmosphäre. Die Band präsentierte sich spielfreudig und bestens eingespielt, sodass schnell deutlich wurde, dass sie für die anstehenden Großveranstaltung bestens gerüstet ist.
Die Turbinenhalle erwies sich als perfekter Rahmen für ein Konzert dieser Art. Die Nähe zwischen Band und Publikum erzeugte eine Intensität, die in großen Stadien nur schwer zu erreichen ist. Gleichzeitig zeigte die Show, dass die Onkelz auch ohne spektakuläre Bühnenshow und technische Spielereien weiterhin mühelos in der Lage sind, ihre Fans zu begeistern.
Am Ende blieb der Eindruck eines authentischen und ehrlichem Konzertabends, der genau das lieferte, was sich die Fans erhofft hatten: die Böhse Onkelz in ihrer pursten Form.
Foto & Text: Marcel
