Rock Journal
Plattencheck

Plattencheck: Allt – Ataraxia

Label: Century Media Records

Genre: Progressive Metalcore / Thall / Dark Alternative Metal

VÖ: 31.07.2026

Bewertung: 9.3/10

Die Perfektionierung der cineastischen Finsternis

Wer geglaubt hat, die schwedische Metalcore-Landschaft hätte bereits alle Nuancen der Düsternis ausgereizt, wird von Allt eines Besseren belehrt. Am 31. Juli haben die New-Metal-Schwergewichte über Century Media Records ihr neues Werk „Ataraxia“ auf die Welt losgelassen. Der Albumtitel steht im Altgriechischen für die Unerschütterlichkeit der Seele – und genau diese emotionale Tiefe zieht sich wie ein roter Faden durch ein Album, das vor drückender Atmosphäre und kompromissloser Härte nur so strotzt. Das ist kein leichtverdaulicher Pop-Metalcore, das ist pure, ästhetische Finsternis – aber genau das ist Allt.

Zwischen erdrückender Schwere und meisterhaftem Pacing

Soundtechnisch bewegen sich Allt in einer eigenen Liga: Tonnenschwere, teils Thall-beeinflusste Gitarrenriffs, beklemmende Elektronik und die brutale Stimmgewalt treffen auf ein exzellentes Gespür für Dynamik. Die Produktion ist extrem dicht, ohne den Songs die nötige Luft zum Atmen zu nehmen.

Deine absoluten Album-Highlights:

  • „Ataraxia“: Der Titeltrack ist eine absolute Machtdemonstration. Hier bündelt die Band ihre gesamte Identität in einem einzigen Song: Hypnotische Rhythmen, düstere Melodielinien und ein Breakdown, der den Erdboden zum Beben bringt. Ein Brett von einem Song!

  • „Avalon“: Der krönende Abschluss der Platte und ein geniales Lehrstück in Sachen Pacing. Der Song baut sich in den Strophen überraschend ruhig, beinahe melancholisch und intim auf. Man wiegt sich kurz in Sicherheit, bevor der Refrain mit einer ungeheuren Wucht einschlägt und die angestammte Emotion mit voller Härte entlädt. Ein gigantischer Rausschmeißer, der noch lange nachhallt.

Fazit

„Ataraxia“ ist ein finsteres Meisterwerk des modernen Progressive Metalcore. Allt liefern ein Album ab, das durchgehend fesselt, keine Gefangenen macht und mit „Ataraxia“ sowie dem herausragenden Finale „Avalon“ zwei absolute Sternstunden des Genres bereithält. Wer dieses Release gehört hat, kann es gar nicht erwarten, diese Urgewalt endlich live auf der Festivalbühne zu erleben. Der Abreißtipp für den Spätsommer 2026!

„Düster, wuchtig und emotional unerbittlich: Allt perfektionieren auf ‚Ataraxia‘ ihren einzigartigen Sound. Wenn der Refrain von ‚Avalon‘ nach den ruhigen Strophen einschlägt, bleibt kein Stein auf dem anderen. Ein absolut atemberaubendes Album!“

Text: Marc Junge (majun.photo)