Rock Journal
Plattencheck

Plattencheck: Weezer – Weezer (Gold Album)

Label: Warner Records / Reprise

Genre: Power Pop / Alternative Rock

VÖ: 21.08.2026

Bewertung: 8.7/10

Der goldene Schnitt zwischen Nostalgie und Frische

Nach Ausflügen in orchestrale Gefilde und experimentelle Konzept-Projekte besinnen sich Weezer auf ihrem 20. Longplayer wieder genau auf das, was sie seit über drei Jahrzehnten unnachahmlich macht. Das pünktlich am 21. August über Warner Records erschienene, selbstbetitelte „Gold Album“ wirkt wie ein befreiendes Ausatmen. Rivers Cuomo und Band haben sich für den Schreibprozess wieder gemeinsam in den Proberaum eingeschlossen – und diese spürbare Spielfreude schlägt sich in zehn kompakten, energiegeladenen Tracks nieder, die in gerade einmal 32 Minuten auf den Punkt kommen.

Griffige Riffs, Vintage-Hooks und frische Impulse

Produktionstechnisch vereint die Platte das Beste aus zwei Welten: Tightly gewebter Garagen-Rock-Sound trifft auf glasklare Power-Pop-Melodien. Cuomo teilt sich das Songwriting wieder spürbarer mit Drummer Pat Wilson und Gitarrist Brian Bell, was dem Album eine herrlich organische Band-Dynamik verleiht. Neben schlagkräftigen, verzerrten Gitarren-Wänden glänzt die Scheibe mit Augenzwinkern, charmantem Alt-Herren-Sarkasmus und unerwartet frischen Kollaborationen.

Die Höhepunkte der Platte:

  • „We Might As Well Be Strangers“ (feat. Wednesday): Ein absolutes Glanzstück des Albums. Das Duett mit Karly Hartzman von der Indie-Sensation Wednesday bringt eine wunderbar schwelgende, leicht melancholische Note in den charakteristischen Weezer-Sound. Die Stimmen von Cuomo und Hartzman harmonieren herausragend.

  • „C.E.O.“ & „Shine Again“: Hier feiert die Band den klassischen, schnörkellosen 90s-Alternative-Rock.Treibende Drums, unverschämt eingängige Refrains und diese typische, nasale Cuomo-Lässigkeit machen die Songs zu augenblicklichen Ohrwürmern.

Fazit

Das „Gold Album“ ist die stärkste und geschlossenste Weezer-Platte seit Jahren. Kein Ballast, keine übertriebenen Gimmicks, sondern pure, meisterhaft geschriebene Power-Pop-Hymnen mit ordentlich Gitarren-Wumms. Weezer beweisen im Spätsommer 2026 eindrucksvoll, dass sie ihr Handwerk nicht nur beherrschen, sondern immer noch verdammt viel Spaß daran haben!

„Ein echtes Fest für Fans der ersten Stunde! Weezer liefern mit dem ‚Gold Album‘ ein extrem knackiges, hochgradig melancholisch-charmantes Power-Pop-Manifest ab. ‚We Might As Well Be Strangers‘ ist schlichtweg brillant!“

Text: Marc Junge (majun.photo)