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Im Interview: Save Your Last Breath – Wir versuchen alles möglichst gut zu verpacken und ein breites Spektrum abzudecken

Was steckt hinter der Band Save Your Last Breath? Im Interview sprechen die Musiker über ihren persönlichen Weg, die Entstehung ihrer Musik und das, was sie als Band antreibt. Dabei geht es nicht nur um ihre bisherigen Erfahrungen, sondern auch um neue musikalische Pläne, kommende Projekte und die Frage, wohin die Reise in Zukunft gehen soll.


Rock-Journal:
Stellt euch doch bitte erst einmal vor

Save Your Last Breath
Hi! Wir sind Dominik, Dave, Rico und Moritz und spielen in der Modern Metal/Metalcore Band “Save Your Last Breath“. Wir haben uns 2011 gegründet. Drei Viertel der Band sind schon seit der Anfangszeit dabei und seitdem machen wir harte Musik und haben sehr viel Spass dabei!

Rock-Journal: Wie und wann wurde Save Your Last Breath gegründet?

Save Your Last Breath:
Save Your Last Breath wurde 2011 von den beiden Gitarristen Dominik und Moritz gegründet, die sich über ihre damaligen Freundinnen kennengelernt haben. Über ein Online-Inserat haben sie dann relativ schnell Drummer Dave gefunden. Bis 2020 hatte die Band einen anderen Sänger, welcher dann ausgestiegen ist. Rico stiess dann noch im selben Jahr dazu.

Rock-Journal: Könnt ihr euch noch an eure erste gemeinsame Probe erinnern?

Save Your Last Breath:
Daran können wir uns sehr gut erinnern. Dominik wohnte damals noch in dem kleinen Dorf, in dem er aufgewachsen ist. Wir durften damals für die erste Probe den Proberaum von Dominiks Schülerband nutzen. Das lustige war, dass der Bandraum auf dem Heuboden eines Kuhstalls war. Dave brachte sein Joey Jordison Schlagzeug mit, Moritz und Dominik hatten ihre schrecklich klingenden Combo-Amps dabei. Wir haben damals einfach mal drauf los gespielt und sehr viel Bier getrunken. Der Bauer kriegte das natürlich mit und platzte völlig aufgebracht in die Probe. Er hat uns dann auch ordentlich zusammengefaltet und uns rausgeschmissen. Das war es dann auch mit dem Proberaum, sowohl für uns als auch für die Schülerband. Daran erinnern wir uns immer wieder gerne zurück, wir waren damals 15 oder 16 Jahre alt und wollten einfach Metal machen, es war völlig egal, dass es schrecklich klang.

Rock-Journal:
Welche Musik habt ihr als Jugendliche gehört und wie hat sie euch geprägt?

Save Your Last Breath:
Wir haben damals in den 2010er Jahren viel Metalcore/Melodeath aus Deutschland gehört. Bands wie Heaven Shall Burn, Neaera, Maroon und Caliban. Auch den damals aufkommenden Deathcore mit Suicide Silence, Thy Art Is Murder, Whitechapel, Carnifex, Despised Icon und Acacia Strain haben wir rauf und runter gehört.

Slipknot waren auch eine riesige Inspiration, Dominik und Moritz hatten die Slipknot Signature Ibanez und Fender Gitarren und Dave die Joey Jordison Drums. Ich denke, von diesen oben genannten Metalcore/Melodeath Bands hört man immer noch Elemente mit schnellen, durchgezogenen Gitarrenriffs und schnellem Doublebass. Eine weitere Band, die uns sehr geprägt hat ist Make Them Suffer, vor allem ihr Debut-Album Neverbloom, welches Metalcore, Black Metal Elemente und Synthesizer vermischt, war für uns alle ein Gamechanger. Das Album gehört bis heute zu unseren all time favorite Platten und gilt als absolut prägend für unseren Sound.

Rock-Journal: Gab es einen entscheidenden Moment, an dem ihr gemerkt habt, dass aus dem Projekt mehr werden könnte?

Save Your Last Breath:
Das ist schwer zu sagen, ich denke, in den letzten 2-3 Jahren haben wir uns ziemlich weiterentwickelt, viel gelernt und sind viele Dinge professioneller angegangen. Als wir dieses Jahr auf der Hauptbühne des Greenfield Festivals auftreten durften und eine unglaubliche Resonanz bekamen, war das für uns der klare Moment, dass wir auf gutem Wege sind.

Vor allem steht bei uns aber auch der Spass und unsere Freundschaft im Vordergrund. Wir spielen seit nun 15 Jahren zusammen und haben sehr viel durchgemacht, nicht viele Bands schaffen es so lange durchzuhalten. Wir machen das ganze nicht, um berühmt oder reich zu werden, sondern weil wir es geil finden, Musik zu machen und als Freunde unterwegs zu sein und Konzerte zu spielen. Ich denke, dies ist auch unser Antrieb weiter zu machen, solange wir Spass haben, egal ob wir vor 10’000 oder vor 10 Leuten spielen.

Rock-Journal: Was war bislang der emotionalste Moment eurer musikalischen Laufbahn?

Save Your Last Breath:
Das wäre wahrscheinlich unser Auftritt am Greenfield Festival dieses Jahr. In der Schweiz ist dieses Festival der Zenit der Rock,Punk und Metalszene. Wenn man als Metalhead in der Schweiz lebt, kommt man nicht um das Greenfield herum und als kleine Schweizer Band träumt man natürlich eines Tages auf dieser Bühne zu stehen. Als wir angefragt wurden, die Mainstage am Samstag zu spielen, haben wir uns riesig gefreut, gleichzeitig war uns aber auch bewusst, dass wir bei einer so riesigen Produktion abliefern mussten. Wir haben uns intensiv darauf vorbereitet, mussten viel koordinieren und organisieren und einige von uns waren brutal nervös. Letztendlich hat aber alles geklappt und wir hatten eine richtig gute Show und eine richtig gute Zeit.

Rock-Journal: Welche Herausforderungen musstet ihr in den ersten Jahren als Band bewältigen?

Save Your Last Breath:
Wir waren damals sehr jung und unerfahren, sowohl im Musikbusiness als auch sonst im Leben. Als pubertierender Teenager mit wenig Lebenserfahrung gab es einige Herausforderungen. Wir mussten lernen, Kompromisse einzugehen und als Band professionell zu wirken. Wir hatten aber das Glück, mit Morrigu, einer erfahrenen Band, eine Tour durch die Schweiz spielen zu dürfen. Von Ihnen durften wir sehr viel über Gear, Merch und Live spielen im Allgemeinen lernen.

Rock-Journal: Welche Lektionen habt ihr auf eurem bisherigen Weg gelernt?

Save Your Last Breath:
Vor allem, dass die Musikindustrie sehr tough ist und man sich immer wieder aufs Neue beweisen muss. Es ist wichtig, nett zu sein und Kontakte zu knüpfen, als Band ist man immer am kürzeren Hebel. Kontakte sind alles, man weiss nie, wohin sie einen führen können, egal wie “klein” oder “unwichtig” sie auf den ersten Blick erscheinen mögen. Man muss selber aktiv sein und nicht erwarten, dass man einfach irgendwo gebucht wird. Dies passiert natürlich auch ab und zu, aber wir investieren sehr viel Zeit selber in unser Booking und fragen Venues an, ob wir da was auf die Beine stellen dürfen. Man muss sich austauschen und einander als Bands helfen und voneinander lernen.

Rock-Journal: Gab es einen Auftritt, der euch besonders geprägt hat?

Save Your Last Breath:
Nebst dem Greenfield war das wahrscheinlich unser erstes Konzert auf der Kuba Tour. Wir kamen in Havanna an und uns wurde vom Tourmanager gesagt, dass die Venue gerade renoviert wird. Es gäbe aber die Möglichkeit, auf dem Dach eines Freundes von ihm zu spielen. Wir mussten dann unser ganzes Equipment über eine Feuerleiter aufs Dach schleppen. Um Mitternacht an einem Montag haben dann mit gefühlt 120 dB mitten in Havanna vor ca. 200 Leuten auf dem Dach unser Set gespielt. Den Besuchern wurde gesagt, sie dürfen nicht moshen oder springen, da sonst das Dach kollabieren könnte. Der Auftritt war unglaublich geil und es hat einfach keine Sau gestört, dass da jetzt in einer Lautstärke um Mitternacht eine Metalband spielt.

Rock-Journal: Wer oder was inspiriert euch beim Schreiben neuer Musik?

Save Your Last Breath:
Vor allem sind dies andere Bands, auch abseits vom Metal. Wenn wir Songs schreiben, Inspiration suchen oder bei einem Song nicht weiter kommen, hören wir uns zusammen Songs an, die wir gerade mögen. Jeder bringt dann meistens irgendeinen Song, von dem er finden könnte, könnte zu einem Teil passen. Da wir alle sehr unterschiedliche Geschmäcker haben, kommt dann meistens etwas neues raus. So können wir auch verschiedene Genres zusammen fliessen lassen.

Rock-Journal: Welche Themen verarbeitet ihr besonders gerne in euren Texten?

Save Your Last Breath:
Existenzängste, Weltgeschehen, Persönliche Dämonen und sozialkritische Themen. Dazu kommen Ereignisse und Schicksalsschläge aus unseren Leben.

Rock-Journal: Wie findet ihr die Balance zwischen Härte, Melodie und Emotion?

Save Your Last Breath:
Wir finden es wichtig, eine Dynamik in unseren Songs zu schaffen, es gibt sehr viele Genres, auch abseits vom Metal, die wir mögen und die uns inspirieren. Neben den Metal-Subgenres hören wir auch Rap, Grime, Techno, Drum and Bass, Psytrance, New Wave, Classic Rock, Psychedelic Rock, Country, Punk und so weiter, die Liste ist endlos. Wenn wir unterwegs sind und an Shows fahren oder zusammen chillen, hören wir nie Metal.

Wir versuchen alles möglichst gut zu verpacken und ein breites Spektrum abzudecken. Ich denke, so kommt dann diese Balance zustande. Uns fällt auch auf, dass an unseren Shows sehr viele diverse Leute auftauchen, vom Death Metal und Blackmetal-Fan bis zu Metalcore und Hardcore Fans. Das freut uns immer wieder und wir finden es schön, dass wir so eine grosse Masse an Metal Fans ansprechen können. Es bestätigt auch, dass Metal Fans sehr offen sind und auch Bands eine Chance abseits von ihren Präferierten Genres geben.

Rock-Journal: Gibt es einen Song aus eurem Katalog, der euch besonders am Herzen liegt?

Save Your Last Breath:
Das ist für uns alle sehr unterschiedlich, es gibt für uns alle einen Song den wir am liebsten live spielen, aber einen anderen Song den wir zum hören am liebsten haben.

Rico singt live am liebsten Resonate, aber als Song an sich mag er Gloom am meisten. Dave spielt auch Resonate am liebsten und zum hören findet er Future Dust am besten. Bei Moritz wäre es Live Blood Stained Faith und als Song an sich Regicide. Dominik mag Live Regicide und als Lied Gloom.

Rock-Journal: Was macht für euch einen wirklich guten Metalcore-Song aus?

Save Your Last Breath:
Wir denken, ein Song muss abwechslungsreich und innovativ sein (nicht nur im Metalcore). Wir versuchen etwas zu kreieren, was es noch nicht gibt(was im Metalcore/Modern Metal sehr, sehr schwer ist). Uns fällt auch auf, dass viele Bands, mit denen wir auftreten, zwar sehr gut spielen und eine gute Show abliefern, aber die Musik immer gleich klingt. Manchmal merkt man gar nicht, dass da eine andere Band auf der Bühne steht, weil sie genauso klingt wie die Band davor. Das ist an sich auch nicht schlecht, denn den Leuten scheint es zu gefallen. Wir wollen dies aber möglichst vermeiden und versuchen, einen eigenen Sound zu schaffen. Vielleicht klingen wir aber auch wie viele andere Bands und denken einfach, dass wir etwas anders machen. Das liegt schlussendlich bei den Hörer:Innen.

Rock-Journal: Wie erlebt ihr die aktuelle Metal- und Core-Szene?

Save Your Last Breath:
Im Vergleich zu vor ein paar Jahren finden wir die Metal-Szene sehr lebendig und es scheint, zumindest in der Schweiz, sehr viele junge Leute zu geben, die Bands gründen und DIY-Shows organisieren. Von 2017 bis ca. 2022 gab es sehr wenige lokale Shows hier in der Schweiz, das hat sich drastisch geändert. Wir können uns auch vorstellen, dass die momentane turbulente und unsichere Weltlage dazu beiträgt, dass die Menschen wieder viel härtere und sozialkritische Musik hören. Wir finden allgemein das Metal,Punk und Hardcore ein riesiges revival erlebt, das freut uns sehr fest!

Rock-Journal: Welche Bedeutung haben soziale Medien heute für eine junge Band?

Save Your Last Breath:
Soziale Medien sind leider schon lange ein notwendiges Übel geworden. Als Band ist man heutzutage mehr damit beschäftigt, sich Social Media Strategien und Reels auszudenken, um die Leute bei der Stange zu halten statt Musik zu machen. Wir sind immer noch dabei herauszufinden, wie alles funktioniert und was auf den Sozialen Medien gepusht wird. Wenn man aber einigermassen etwas aus seiner Band machen will, ist Social Media nicht mehr wegzudenken. Wir wünschten es wäre nicht so, denn wir würden unsere Zeit definitiv gerne anders nutzen, als die Algorithmen zu füttern. Solange aber die Menschheit einen grossen Teil Ihrer Zeit damit verbringt, auf Social Media zu scrollen, wird sich dies aber nicht ändern. Da muss man halt einfach mitmachen. Das Positive daran ist aber, dass man sich selbst vermarkten kann und auch als Newcomer sehr schnell wachsen kann. Ausserdem kann man sich gut mit Bands austauschen, die in anderen Städten oder Ländern wohnen. So kann man beispielsweise für einander Gigs organisieren und Netzwerke knüpfen.

Rock-Journal: Woran arbeitet ihr derzeit und was können eure Fans in nächster Zeit erwarten?

Save Your Last Breath:
Wir sind momentan dabei neue Songs zu produzieren und diese laufend zu releasen, wir sind auch fleissig am Konzerte und Festivals buchen und hoffen vor allem, mehr ausserhalb der Schweiz Konzerte zu spielen. Wir durften aber dieses Jahr sehr viele wertvolle Kontakte in der Industrie knüpfen und hoffen, dass was tolles daraus entsteht. Ihr dürft euch gerne auch schonmal den 02. Oktober dick eintragen, da kommt nämlich eine neue Single von uns!

Rock-Journal: Welche Ziele möchtet ihr mit Save Your Last Breath in den nächsten fünf Jahren erreichen?

Save Your Last Breath:
Wir hoffen natürlich, dass wir immer noch das Privileg haben, weiterhin als Band Konzerte zu spielen. Bei den momentanen allgemeinen Kosten und dieser unsicheren Weltlage ist dies leider nicht garantiert. Ausserdem ist es uns wichtig einfach weiterhin Spass zu haben, Musik zu machen und zusammen unterwegs zu sein. Wir möchten aber definitiv auch grössere Shows und Touren spielen und zusammen als Band wachsen.

Rock-Journal:Wenn wir dieses Interview in fünf Jahren noch einmal führen würden: Was wäre die ideale Antwort auf die Frage „Was habt ihr seitdem erreicht?“

Save Your Last Breath:
Das wir auf jeden Fall mehr grosse Festivals gespielt haben, In neuen Ländern und Kontinenten auftreten durften, bei einem Label sind, das die Band genug Geld einnimmt um manche Kosten nicht mehr aus eigener Tasche bezahlen zu müssen und vor allem; dass wir immer noch sehr viel Spass daran haben. Das ist das Allerwichtigste für uns!

Das Interview führte Marcel für Rock-Journal

Foto: Save Your Last Breath