Eigentlich hätte dieses Konzert bereits im Februar stattfinden sollen. Doch was lange währt, wird bekanntlich gut – und so durfte die Turbinenhalle in Oberhausen am 23. September endlich ihre Nachholshow von Beyond the Black erleben. Rund 1.500 Zuschauer fanden sich an diesem Abend in der Halle ein. Ganz ausverkauft war die Turbinenhalle zwar nicht, doch das tat der Stimmung letztlich keinen Abbruch. Spätestens als die Headliner die Bühne betraten, wurde aus einem zunächst eher verhaltenen Abend eine richtig stimmungsvolle Metal-Party.
Den Auftakt übernahmen Setyoursales, die sich sichtlich Mühe gaben, das Publikum auf den Abend einzustimmen. Musikalisch konnte die Vorband durchaus überzeugen und lieferte einen soliden Auftritt ab. Die Band präsentierte sich engagiert und mit ordentlich Energie auf der Bühne.
Allerdings wollte der Funke an diesem Abend noch nicht so recht überspringen. Das Publikum hielt sich während des Supports eher zurück und so blieb die ganz große Stimmung zunächst aus. Setyoursales spielten ihr Set dennoch souverän herunter und hinterließen durchaus einen guten Eindruck. Für die richtige Eskalation sollte an diesem Abend allerdings noch jemand anderes sorgen.
Nach einer kurzen Umbaupause wurde es schließlich ernst. Das Licht ging aus, die ersten Töne erklangen und Beyond the Black betraten die Bühne. Und plötzlich war deutlich zu spüren, warum die Zuschauer teilweise schon seit Monaten auf diesen Abend gewartet hatten.
Die Band legte direkt mit ordentlich Energie los und schaffte es innerhalb kürzester Zeit, die zunächst eher zurückhaltende Atmosphäre in der Halle komplett zu drehen.
Gerade die Mischung aus bekannten Klassikern und den großen Fan-Favoriten erwies sich als perfekte Wahl. Beyond the Black konzentrierten sich dabei nicht darauf, ausschließlich neues Material zu präsentieren, sondern servierten ihrem Publikum zahlreiche Songs, die sich im Laufe der Bandgeschichte zu echten Klassikern entwickelt haben.
Und genau diese Stücke sorgten für die größten Reaktionen des Abends.
Was den Auftritt besonders angenehm machte, war das Tempo, mit dem Beyond the Black durch ihr Programm gingen. Große Pausen gab es kaum, stattdessen wurde ein Song nach dem anderen rausgehauen. Die Band wirkte dabei hervorragend eingespielt und präsentierte sich auf der Bühne mit sichtbar viel Spielfreude.
Dabei zeigte sich einmal mehr, dass Beyond the Black nicht nur von ihren starken Melodien leben, sondern vor allem live eine ganz eigene Wirkung entfalten. Die Kombination aus Metal, großen Refrains und der charakteristischen Stimme von Sängerin Jennifer Haben funktioniert besonders dann, wenn eine Halle wie die Turbinenhalle gemeinsam mit der Band feiert.
Rund 90 Minuten standen Beyond the Black schließlich auf der Bühne. Für manche Konzertbesucher hätte es sicherlich gerne noch etwas länger dauern dürfen, doch während der Spielzeit wurde dafür kaum Zeit verschenkt.
Die Setlist bot eine gelungene Mischung aus verschiedenen Phasen der Bandgeschichte und setzte dabei einen deutlichen Schwerpunkt auf die bekannten Stücke. Gerade für diejenigen, die Beyond the Black schon länger verfolgen, dürfte dadurch so mancher nostalgische Moment dabei gewesen sein.
Dass es sich ursprünglich um das Ersatzkonzert für den ausgefallenen Termin im Februar handelte, war spätestens nach den ersten Songs kaum noch ein Thema. Die lange Wartezeit wurde mit einer energiegeladenen Show belohnt.
Während Setyoursales den Abend solide eröffneten, aber noch nicht für die ganz große Publikumsreaktion sorgen konnten, drehten Beyond the Black anschließend den Stimmungsregler ordentlich nach oben. Die rund 1.500 Zuschauer machten aus der nicht ganz ausverkauften Turbinenhalle trotzdem eine ziemlich lebendige Konzertlocation.
